Magdeburg l Bei einem Unfall im Magdeburger Stadtteil Salbke ist Dienstagabend ein 55-Jähriger überfahren worden. Der Mann ist in der Nacht im Krankenhaus gestorben. Laut Unfallstatistik hat es in unmittelbarer Nähe des Unfallortes in den vergangenen Jahren bereits Dutzende Unfälle gegeben. Das ist heute sogar Thema im Stadtrat.

Nach bisherigen Ermittlungen war eine in Richtung Westerhüsen fahrende Straßenbahn ungefähr 200 Meter nach Verlassen der Haltestelle "SKL" aus bislang ungeklärter Ursache mit dem Fußgänger zusammengestoßen.

Dabei geriet der 55-Jährige zwischen Schienenstrang und Bordstein und wurde im weiteren Verlauf ungefähr vier Meter von der Bahn mitgeschleift. Der Mann konnte von der Feuerwehr geborgen und zunächst vor Ort von Rettungskräften reanimiert werden.

Er erlag jedoch wenig später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die 45-jährige Straßenbahnfahrerin und zwei weitere Insassen erlitten bei dem Unfall einen Schock und mussten ebenfalls vor Ort medizinisch behandelt werden.

Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt: In unmittelbarer Nähe des Unglücksortes hat es seit 2011 bereits 40 Unfälle mit mehreren Verletzten gegeben. So krachte es zwischen der Einmündung Unterhorstweg und der Einmündung Lüttgen-Salbker Weg im Jahr durchschnittlich zehn Mal. Bei dreizehn Unfällen war die Straßenbahn beteiligt. Bei allen Unfällen wurden sechszehn Personen verletzt. Am Dienstagabend nun der traurige Höhepunkt mit dem ersten tödlichen Unfall seit 2011.

Wegen des erhöhten Unfall-aufkommens ist dieser Streckenabschnitt heute auch Thema im Magdeburger Stadtrat. So fordert die Fraktion Linke/Gartenpartei, dass geprüft werden soll, ob im Kreuzungsbereich Alt Salbke/Unterhorstweg eine Ampel eingerichtet werden muss. Täglich seien mindestens 220 Familien auf dem Weg zur Kita "Am Salbker See" und Anwohner morgens und am Nachmittag mit der hohen Verkehrsdichte konfrontiert. Außerdem stelle der vorhandene Fußgängerüberweg nicht wirklich einen Schutz für Fußgänger dar. "Auf Grund der geraden Streckenführung wird dieser regelmäßig von Fahrzeugen mit zu hoher Geschwindigkeit ignoriert", heißt es in der Begründung des Antrages.

Unterdessen sind die genauen Unfallumstände des Bahnunfalls vom Dienstag derzeit noch unklar. Die Polizei bittet daher Zeugen, sich unter der Telefonnummer 0391/546 65 95 beim Verkehrsunfalldienst zu melden.