Magdeburg l Erstmals nach 22 Jahren fährt in dieser Woche mit Reiner Haseloff (CDU) ein Ministerpräsident Sachsen-Anhalts nach Israel. Zuletzt hatte der damalige Regierungschef Werner Münch (CDU) 1992 das Land besucht. Während seiner sechstägigen Reise besucht Haseloff Firmen, die auch in Sachsen-Anhalt produzieren lassen. Eine davon ist ICL am Toten Meer. Das Chemie-Unternehmen beschäftigt in Bitterfeld 90 Mitarbeiter, die Flammschutzmittel, technische Salzsäure und Hydraulikflüssigkeiten herstellen. Auf der Besuchsliste steht außerdem Palram Industries, dessen Tochterfirma in Schönebeck Kunststoffplatten und Abdeckungen produziert. Im Jakob Blaustein Institut für Wüstenforschung sind zudem Gespräche über Kooperationsmöglichkeiten mit Sachsen-Anhalt im Bereich der Solarforschung und Energieeffizienz geplant. Politischer Höhepunkt soll das Treffen mit Israels Staatspräsidenten Shimon Peres in Jerusalem werden.

Haseloff wird außerdem am Grab des israelischen Staatsgründers Ben Gurion in Sde Boker einen Kranz niederlegen und in Yad Vashem der Opfer des Holocausts gedenken. Das Ehepaar Haseloff trifft sich außerdem zu einem Essen mit dem in Halberstadt geborenen israelischen Juristen Gabriel Bach und dessen Ehefrau. Der 87 Jahre alte Bach wurde vor allem als einer der Ankläger im Prozess gegen den Nazi Adolf Eichmann bekannt.

Im Verlauf der Reise will sich Haseloff auch für den kulturellen Austausch einsetzen und Schulen besuchen. In Beit Uri ist er zu Gast in einer Schule für Menschen mit Behinderung. Die Schule pflegt eine Partnerschaft mit der Gerhard-Schöne-Schule in Wolmirstedt. Darüber hinaus reist Haseloff in die Palästinensergebiete.

Dort steht der Besuch eines Schulzentrums auf dem Programm, für das die anhaltische Landeskirche die Patenschaft übernommen hat. Ein Dessauer Architekturbüro begleitet dort zudem den Umbau eines Gästehauses, das dann von Haseloff eröffnet wird.