Magdeburg l Vor dem Aus stehen fast ausschließlich Schulen, die nach den neuen Vorgaben zu klein sind. Für 23 Standorte ist die Entscheidung bereits endgültig: Am Freitag hat das Landesschulamt die Bescheide verschickt. Zwölf Fälle werden demnächst entschieden. Hinzu kommen sechs Schulen im Burgenlandkreis und in Mansfeld-Südharz, wo die Kreistage einen Beschluss verweigern.

Das Land dürfte damit in diesem Sommer rund acht Prozent der öffentlichen Grundschulen aufgeben. Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) spricht von einem "maßvollen Herangehen". Auch im nächsten Schuljahr werde Sachsen-Anhalt ein dichtes Netz an Grundschulen haben, sagte er der Volksstimme. Mit den Schließungen will Dorgerloh die Kosten senken und die Qualität des Unterrichts verbessern.

Zehn Schulen bleiben erhalten, obwohl sie die notwendige Zahl der Erstklässler nicht erreichen, beispielsweise die Grundschule Seehausen (Börde). Ihr Fortbestand wird genehmigt, weil Schülerzahlen insgesamt über die nächsten Jahre stabil sind. Andere Schulen, etwa die in Wippra (Mansfeld-Südharz), sollen erhalten bleiben, weil sonst Schulwege unzumutbar lang werden.

Neue Hoffnung dürfen sich alle Schulen machen, die die jetzige Schließungsrunde überleben. Über 2015 und die Folgejahre werde er jetzt noch nicht entscheiden, kündigte Dorgerloh an. In einigen Fällen sei es möglich, Schulen durch leicht geänderte Einzugsbereiche zu erhalten. Im Gespräch mit den Schulträgern will das Ministerium auch prüfen, ob Schüler leichter in Nachbargemeinden wechseln dürfen.

Vor zwei Jahren hatte Dorgerloh erstmals öffentlich angekündigt, Sachsen-Anhalt müsse sich von etlichen Kleinst-Standorten trennen. Das sorgte für Ärger, weil die SPD im Wahlkampf versprochen hatte, alle Schulen zu erhalten. Wie viel das Land durch die Schließungen spart, lasse sich noch nicht beziffern, sagte Dorgerloh. Zusammen mit Thüringen gibt Sachsen-Anhalt je Schüler das meiste Geld aus.

In den Landkreisen Mansfeld-Südharz und Burgenlandkreis ignorieren die Kreistage die Vorgaben des Landes und haben die Schulentwicklungsplanung abgelehnt. Die Landräte haben dagegen Widerspruch eingelegt. Dorgerloh kündigte an, beide Landkreise müssten die Vorgaben genauso erfüllen wie alle anderen.