Magdeburg l Bis spätestens Ende März soll ein Gesetzentwurf vorliegen, mit dem der Aufkauf von Ackern durch Finanzinvestoren erschwert wird. Das bestätigte am Mittwoch der Sprecher des Agrarministeriums, Detlef Thiel. "Es zeigt sich immer mehr, dass finanzstarke Leute, die mit Landwirtschaft nichts am Hut haben, ihr Geld in Böden anlegen, weil sie sich davon Gewinn versprechen", sagte er. "Das wollen wir reglementieren."

Minister Aeikens hatte unlängst mit Blick auf Finanzinvestoren erklärt, dass diese nicht im Land ansässig seien. Somit würden Wertschöpfung und Steuerkraft abwandern. Die Gesellschaft wolle aber eine Landwirtschaft, "die in und mit dem Dorfe lebt", sagte er.

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Ackerboden stark gestiegen. Für viele Investoren sind Agrarflächen unter anderem wegen der niedrigen Zinsen und der Unsicherheit durch hohe Staatsverschuldung zu einer interessanten Geldanlage geworden.

Schon seit langem klagen Bauernverbände in Sachsen-Anhalt über die sich immer schneller drehende Preisspirale für Ackerböden. Dies führe dazu, dass kaum noch ein Agrarbetrieb im Land Flächen erwerben könne, wird kritisiert. Die Bodenpreise seien so, dass man sie aus dem Ertrag nicht refinanzieren könne. In Sachsen-Anhalt haben sich die Preise für Ackerland allein zwischen 2007 und 2013 mehr als verdreifacht - von im Schnitt 5000 Euro je Hektar auf bis zu 17000 Euro pro Hektar. In Teilen des Landes, zum Beispiel in der Börde, liegt der Preis inzwischen sogar bei rund 40000 Euro pro Hektar.

Die Koalitionspartner CDU und SPD sind sich einig, dass Bodenspekulationen eingedämmt werden sollen. CDU-Fraktionschef André Schröder sagte gestern, es bestehe "Handlungsbedarf". Er fordert ein sogenanntes Agrarstruktursicherungsgesetz. Die CDU-Fraktion werde nächste Woche in einer Klausur im Harz darüber beraten.

"Es ist gut, wenn Preistreiberei ein Riegel vorgeschoben wird."

Katharina Elwert, Bauernverband Sachsen-Anhalt

Die SPD-Vorsitzende Katrin Budde betonte: "Ackerflächen sind keine Spekulationsobjekte. Die Bewirtschaftung der Böden durch heimische Betriebe ist nicht nur wichtig für die Produktion von Nahrungsmitteln, sie ist ein wichtiger Beitrag für die Wertschöpfung in der Region."

Im Agrarministerium gibt es schon seit 2013 eine Arbeitsgruppe, die sich mit steigenden Bodenpreisen befasst. Um Spekulationen einzudämmen, wurde bereits eine sogenannte Preismissbrauchsgrenze in Erwägung gezogen. In der Diskussion ist auch, ortsgebundenen Landwirten auf dem Bodenmarkt ein Vorkaufsrecht gegenüber externen Investoren einzuräumen.

Die Hauptgeschäftführerin des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt, Katharina Elwert, sagte der Volksstimme: "Die extremen Preissteigerungen müssen abgefedert werden." Es sei ein Schutzmechanismus nötig, "damit finanzkräftige Investoren Landwirten vor Ort den Ackerboden nicht einfach vor der Nase wegschnappen können". Daher, so Elwert weiter, "ist es gut, wenn das Land Preistreiberei einen Riegel vorschieben will".