In den Hochwassergebieten in Sachsen-Anhalt gibt es noch keine Entwarnung: Experten gehen davon aus, dass die Wasserstände wegen des Tauwetters weiter steigen. In Magdeburg und Schönebeck wird sich die Lage an der Elbe ab Mitte der Woche verschärfen.

Magdeburg (mf/dpa). Der Magdeburger Pegel soll ab dem morgigen Dienstag mit 5,90 Meter trotz des am Sonnabend gezogenen Pretziener Wehrs wieder ansteigen. Zunächst hatte die Öffnung des Wehrs nach Angaben der Hochwasserzentrale den gewünschten Effekt gebracht. Wasser der Elbe wurde damit umgeleitet. Folge: In Magdeburg sank der Wasserstand des Flusses von 5,50 Meter um 25 Zentimeter auf 5,25 Meter am gestrigen Tag.

Doch schon am Mittwoch soll sogar die 6-Meter-Marke überschritten werden. Deshalb wird am Dienstag die höchste Alarmstufe 4 für Schönebeck und Magdeburg ausgerufen.

In Magdeburg ist schon ab heute das Betreten der Deiche grundsätzlich verboten. 7000 Sandsäcke werden befüllt und an den kritischen Stellen von den freiwilligen Feuerwehren verbaut. 54 Deichwachen sind zurzeit rund um die Uhr im Einsatz.

Für die Elbe in Tangermünde wird ein Anstieg von 6,16 Meter um knapp einen Meter auf 7,10 Meter bis zum Donnerstag vorhergesagt.

"Die Lage ist weiterhin angespannt", sagte Brit Herwig vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz. In Halle wurde gestern damit begonnen, zum Schutz vor dem weiter steigenden Wasser der Saale eine 1,5 Kilometer lange Deichanlage an der Peißnitzinsel zu verstärken und zu erhöhen. Am Pegel Halle-Trotha wurden 6,89 Meter gemessen, normal ist der Fluss hier zwei Meter hoch.

Viele Schaulustige machten sich auf den Weg in die Hochwassergebiete. Die Behörden warnten sie eindringlich vor dem Betreten der Deiche.

Die Hochwasseralarmstufe 4 gilt vorerst weiter für die Saale in Halle und die Schwarze Elster am Pegel Löben (Landkreis Wittenberg), für die Weiße Elster am Pegel Oberthau (Landkreis Merseburg-Querfurt) und für die Bode in Staßfurt. Das Hochwasser der Wipper bei Aschersleben ging etwas zurück. An der Unstrut in Wangen im Burgenlandkreis ist die Lage weiter angespannt. Für die Mulde bei Dessau-Roßlau galt mit 5,39 Meter die Alarmstufe 3.