Walter Götze aus Wanzleben ist oft mit der Kamera in Wanzleben unterwegs – und das war er, genau wie heute, auch vor zwanzig Jahren schon. Als einer, dessen Herz an seiner Stadt Wanzleben hängt, hat er aber auch zahlreiche Zeitungsausschnitte aus der Wendezeit gesammelt und so manche aussagekräftige Dokumente aus dieser Zeit gesammelt. Volksstimme-Redakteurin Constanze Arendt durfte einmal in den alten Unterlagen stöbern.

Wanzleben. Auch in Wanzleben kam nach dem Mauerfall vor zwanzig Jahren einiges in Bewegung. Darüber geben auch heute noch manche Protokolle, die vor dem Reißwolf gerettet worden sind, Auskunft.

So fand der erste Runde Tisch am 27. Dezember 1989 statt. Die Teilnehmer einigten sich, jetzt regelmäßig zusammenkommt, in der Regel alle sechs Wochen. Sollten wichtige Entscheidungen vorzubereiten sein, konnte der Abstand zwischen den Sitzungen auch verkürzt werden. Im Mittelpunkt der Beratungen standen, so stand es im Protokoll, " Fragen der weiteren demokratischen Erneuerung des gesamten gesellschaftlichen Lebens in unserem Lande, insbesondere in unserer Stadt, sowie die Erörterung wichtiger Entscheidungsvarianten, die der Volksvertretung beziehungsweise dem Rat der Stadt zugeleitet werden. "

Die Teilnehmer des Runden Tisches befassten sich beispielsweise mit der künftigen Nutzung des ehemaligen Gebäudes des Amtes für Nationale Sicherheit, mit dem Jahresund Haushaltsplan der Stadt Wanzleben, mit der Vorbereitung der Wahl zur Volkskammer am 18. März 1990 und im Anschluss an die Wahl auch mit deren Auswertung. In der Sitzung vom 26. März 1990, also schon acht Tage nach der Volkskammer-Wahl, blickte man auf die bevorstehenden Kommunalwahlen, aber auch der Baubeginn der Schulsporthalle war damals eines der Themen.

Zu dieser Zeit spielten aber auch Partnerschaften zu anderen Städten ein bedeutende Rolle. Sie förderten zum einen die Begegnung der Menschen und auch das gegenseitige Verständnis, trugen zum kulturellen Austausch bei. Deshalb war das auch in Wanzleben und speziell am Runden Tisch ein Thema. Mit mehreren Städten wurden Verbindungen abgeklopft. So kann Walter Götze noch heute Bilder vorzeigen, die dokumentieren, dass eine Delegation aus Algermissen ( Niedersachsen ) in Wanzleben weilte und das Gespräch suchte. Algermissen ist keine Partnerstadt von Wanzleben geworden, heute werden die Kontakte zum nordrhein-westfälischen Augustdorf. Aus einem Protokoll der Runden Tische von damals geht hervor, dass es im Januar 1990 bereits die ersten Kontakte zu dieser Gemeinde gab.