Im Laufe der ersten Saisonhälfte hat Lucas Luhr die DTM kennen gelernt - und damit auch ihre Eigenheiten, die gerade in diesem Jahr hervorstechen...

Modifizierte Strecken sollten Abhilfe schaffen - gebracht haben sie in den Fällen Oschersleben und Lausitzring vielmehr kontroverse Diskussionen. Zwar haben sich die Überholmanöver in der DTM verglichen mit dem Vorjahr nicht verringert. Dennoch beobachtet auch Lucas Luhr verstärkt einen Umstieg auf die bequemere Alternative zum mühsamen Überholen auf der Strecke: Das "Überholen in der Boxengasse" ist auch angesichts konstanterer neuer Dunlop-Reifen, die taktisch mehr Spielraum lassen als ihre Vorgänger, noch mehr in Mode gekommen als bereits in den Vorjahren - was der Rosberg-Pilot ähnlich kritisch sieht wie so mancher Zuschauer:

"Ich finde es schade, dass man so wenige Überholmanöver sieht. Die Fahrzeuge sind aerodynamisch so ausgereizt, dass man nur extrem schwer oder teilweise mit Fahrzeugkontakt überholen kann, wenn man hinter einem anderen Auto herfährt", nennt Luhr gegenüber der adrivo Sportpresse das technische Problem, das bei seit Jahren gleich bleibendem Reglement bislang noch nicht entschärft wurde, "jeder versucht, Berührungen zu vermeiden, weshalb auch manchmal das Risiko eines Überholversuchs nicht eingegangen wird. Das ist schade für die Fans."

Neben dem Überholgeschick sieht Lucas Luhr auf der Jagd nach den lang ersehnten ersten Punkten beim Ausarbeiten von Strategievorschlägen insbesondere sein mathematisches Talent herausgefordert - und hat sich bereits das Patentrezept für den Sieg bereit gelegt. "Die Strategie ist wichtig und entscheidend, und fest steht: Wenn man ein Rennen gewinnen will, muss man dem Rennen aus dem Weg gehen, um nicht in den Verkehr zu kommen", beschreibt Luhr das aktuelle Dilemma und zieht Bilanz: "Das kann nicht Sinn und Zweck von Tourenwagenrennen sein." Für den Fahrer im Cockpit wird es dennoch nicht langweilig - sei doch auch die Umsetzung der Strategie keineswegs einfach...

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