Berlin - Aus der geballten Offensive Argentiniens ragt der Kleinste heraus. "La Pulga" (Der Floh) wird es sein, auf den sich fast alle Augen richten, wenn die argentinische Fußball-Nationalmannschaft im Land des Erzrivalen Brasilien zum dritten Mal Weltmeister werden will.

1978, 1986 - und nun 2014? "Das ist der Traum eines jeden Argentiniers", sagt Superstar Lionel Messi. Er allen voran soll ihn wahr machen. Unter Coach Alejandro Sabella blühte der mehrfache Weltfußballer auch in der Nationalmannschaft endlich auf. Einen Vorgeschmack auf das, was das mitfavorisierte Gastgeberland bei einem Duell der südamerikanischen Fußball-Großmächte erwarten könnte, lieferte Messi vor knapp zwei Jahren in einem Testspiel gegen Brasilien ab: Drei Tore beim 4:3-Sieg gingen auf sein Konto.

Aber Messi steht nicht alleine da. Sabella formte eine Mannschaft, der taktische Desaster wie sie sich Maradona bei der WM in Südafrika leistete, nicht mehr unterlaufen. Zweimal in Serie scheiterte Argentinien bei einer WM im Viertelfinale an Deutschland. Die Qualifikation meisterte die "Albiceleste" aber ohne Mühe: Neun Siege, fünf Remis und zwei Niederlagen.

Der Stamm des Teams ist seit fast acht Jahren vereint: Es sind Spieler im besten Alter wie Gonzalo Higuain, Angel di Maria, Sergio Aguero, Javier Mascherano oder Maxi Rodríguez. Helfen, das Gleichgewicht zwischen der brillanten Offensive und der gern mal lückenhaften Abwehr herzustellen, soll im Ex-Bayern Martin Demichelis ebenfalls ein WM erfahrener Spieler. Er erhielt nach über zweieinhalbjähriger Abstinenz durchaus überraschend den Zuschlag für den 23-köpfigen Kader.

Nur einer spielte bei Sabellas Planungen für die WM keine Rolle mehr, Carlos Tevez. Und das, obwohl der Vollblut-Fußballer mit einem Hang zum einen oder anderen Skandälchen als Mann des Volkes gilt. Einer, den die Fans in Argentinien lieben. Ein Status, den Messi, anerkannt auf der ganzen Welt als Fußball-Genie, so noch nicht erreicht hat. Der WM-Titel fehlt dafür noch.