Heute, 17 Uhr, treffen die Handball-Verbandsligisten des Güsener HC auf die Mannschaft des SV Eintracht Gommern. Im Derby am vorletzten Spieltag der Saison steht für beide Teams noch etwas auf dem Spiel.

Güsen l Während die Gastgeber mit dem Rücken zur Wand stehen, was ihr Saisonziel Platz drei angeht, und selbst bei einem Sieg noch auf einen Ausrutscher von Eiche Biederitz hoffen müssen, könnte Gommern mit einem Sieg bereits den Aufstieg feiern. "Diese Gedanken versuchen wir beiseite zu schieben und uns nur auf das Spiel zu konzentrieren", so Gäste-Trainer Dirk Heinrich. Für den GHC könnte dieses Spiel nicht ungelegener kommen. "Wir müssen gewinnen, wollen wir noch die kleine Chance auf unser Saisonziel wahren", gibt sich Güsens Bernd Bretschneider pragmatisch, fügt jedoch an: "Ob es zu einem anderen Zeitpunkt der Saison besser gewesen wäre, gegen die Eintracht zu spielen, kann ich nicht sagen. Wirklich konstant haben wir ja in der gesamten Spielzeit nie gespielt."

Um den begehrten Bronzerang liegen noch drei Mannschaften im Rennen. Doch momentan haben die Biederitzer mit 34 Pluspunkten die Nase vor Güsen (33) und ihrem Spieltagsgegner dem Post SV Magdeburg (32) vorn. Der GHC muss also noch zweimal doppelt punkten und gleichzeitig darauf hoffen, dass der SVE vielleicht sogar sein Duell gegen Post am heutigen Tag verliert, um überhaupt noch eine Möglichkeit zu haben, aufs Podium zu springen. Dabei bereitet Bretschneider die momentane Verfassung seiner Mannschaft etwas Sorgen: "Bei den Spielern ist etwas die Luft raus, was verständlich ist, bei einer solch langen Saison. Außerdem fehlen mir neben den Langzeitverletzten Rico Gerlach und Dennis Schwab mit Eric und Robert Klewe sowie Daniel Gabrecht einige Akteure, sodass wir nur mit neun Feldspielern auflaufen können."

Auf Geschenke dürfe man bei Gommern aber deshalb nicht hoffen. "Natürlich werden wir unser Bestes geben, um Gommern ein gutes Spiel zu bieten und das Ergebnis so lange wie möglich offen zu halten. Aber die Eintracht spielt bislang eine beeindruckende Saison und es wird schwer. Zu einem Sieg für uns würden wir natürlich dennoch nicht nein sagen."

Für die Gäste geht es also um den vorzeitigen Aufstieg und wohl auch um die Vermeidung eines Showdowns am letzten Spieltag gegen Wacker Westeregeln. "Ich habe mein Saisonhighlight schon in den letzten Wochen erlebt. Wir haben die erfolgreichste Spielzeit für Gommern seit den letzten zehn, 15 Jahren hingelegt. Ob wir den Aufstieg nun in Güsen perfekt machen oder nächstes Wochenende gegen Westeregeln mit unserem direkten Konkurrenten darum kämpfen müssen, tut dem Erfolg keinen Abbruch. Natürlich wäre der Aufstieg aber die Krönung unserer Leistung", so Heinrichs. Damit die Sektkorken aber doch schon heute knallen können, absolvierte die SVE-Sieben vergangenen Freitag ein Trainingsspiel gegen den Sachsen-Anhalt-Ligisten HV Rot-Weiß Staßfurt II, um eine Alternative für den gesperrten Jens Schmidt zu testen. Auch der Spitzenreiter hat vor dem Derby mit Personalsorgen zu kämpfen. So fehlen neben Schmidt auch Robert Mennecke und Felix Hoffmann.

"Wir freuen uns auf das Spiel. Sollten wir Punkte mit nach Hause nehmen, wäre die Freude umso größer. Aber wir erwarten keine Geschenke und sind auch nicht enttäuscht, sollte es heute noch keine geben."

Vom Spiel erwartet sich der Eintracht-Trainer Tempohandball und Zielstrebigkeit im Abschluss. Wer jedoch am Ende wem die Suppe versalzt, "werden die Nerven und der Handballgott entscheiden müssen".