Nach dem ernüchternden, weil punktlosen Doppelspieltag der Vorwoche gilt für die Handballer des SV Eintracht Gommern die Devise: Kräfte sammeln und neu angreifen. Leichter gesagt als getan. Schließlich hat es die Aufgabe im heutigen Heimspiel der Sachsen-Anhalt-Liga gegen die TSG Calbe in sich.

Gommern l Bislang hat sich noch niemand die Mühe gemacht, den Geräuschpegel bei Eintracht-Heimspielen zu messen. Sollte sich zur heutigen Partie jedoch ein ambitionierter Hobby-Wissenschaftler finden, sein Messgerät würde wohl ab 17 Uhr an die Belastungsgrenze geraten. Zur ohnehin lautstarken Kulisse bei Eintracht-Heimspielen gesellen sich heute auch einige Dezibel der vielköpfige Reisegruppen von der Saale, die es aus der Erfahrung heraus mit jedem Heavy-Metal-Konzert oder einem Flugzeug aufnehmen kann. "Die Calbenser Fans sind schon immer besonders gewesen: stimmungsvoll, aber auch fair. Das wird ein schönes Highlight", freut sich SVE-Trainer Dirk Heinrichs.

Etwas gedämpfter sind die Erwartungen an den sportlichen Teil des Abends. Nicht nur, dass die Gommeraner gegen den Absteiger aus der Mitteldeutschen Oberliga - noch dazu mit den beiden Niederlagen vom Doppelspieltag der Vorwoche im Gepäck - als krasser Außenseiter in die Partie gehen, die Personalsituation an der Ehle hat sich weiter zugespitzt. So wird Rechtsaußen Tim Böttcher aufgrund eines Muskelfaserrisses auf unbestimmte Zeit fehlen. Im Rückraum und besonders in der Abwehr schmerzt der Ausfall von Philipp Eckhardt, der an einer Verhärtung der Wadenmuskulatur laboriert. Sein Einsatz heute Abend gilt als höchst fraglich.

Die Qualität im Kader dürfte also für die Gäste um Trainer Peter Weiß sprechen. "Calbe ist ein Motor, der absolut reibungslos läuft. Die Mannschaft ist super eingespielt und ausgewogen besetzt", lobt Heinrichs. Ein Blick auf die Tabelle gibt ihm Recht. Zwischen Gommern (5:7) und Calbe (9:3) liegt nach Punkten gesehen eine größere Distanz als die knapp 30 Autominuten zwischen beiden Ortskernen.

Entsprechend ist für die Gastgeber heute auch über die gesamten 60 Minuten "Vollgas" angesagt - auch wenn sich Gästecoach Weiß trotz klarer Favoritenrolle abwartend äußert: "Wenn wir eine normale Leistung abrufen, ist sicherlich etwas möglich. Wir dürfen die Eintracht aber nicht unterschätzen. Sie steht mit Platz neun ordentlich da."

Noch besser stünde der Gastgeber sicher nach einem möglichen Überraschungserfolg da. Der Eintracht-Trainer hingegen stapelt tief: "Wenn wir in einigen Situationen Akzente setzen können, bin ich schon zufrieden."