Der Auftakt in die Sachsen-Anhalt-Liga ist den Handballerinnen der SG Lok Schönebeck schon einmal gelungen. Heute wollen sie dem 28:22 beim Aufsteiger Jessener SV einen Heimsieg folgen lassen. Ab 17.30 Uhr steht in der Franz-Vollbring-Halle der Oberliga-Absteiger SG Seehausen gegenüber.

Schönebeck l Lok geht mit einem veränderten Kader in die neue Spielzeit. Mit Rückraum-Schützin Sabrina Koeck, Abwehrspezialistin und Aufbauspielerin Melanie Schafflik sowie Keeperin Josephine Suchan haben drei Leistungsträgerinnen den Verein verlassen. Ersetzt werden sie vornehmlich aus der eigenen Jugend. Mit Jessica Arnold (Anhalt Bernburg) haben die Elbestädterinnen nur einen echten Neuzugang zu vermelden. Grund zur Sorge gibt es für Trainer Dirk Schedlo jedoch nicht. Vor allem auf der Torhüterposition hinterließen Liza Nowicki und Josephin Hecker bereits sehr gute Eindrücke. Beide sind aus der B-Jugend in die Erste aufgerückt, haben aus der Bezirksliga nun also einen riesen Schritt hinter sich. "Aber sie lösen das bislang sehr gut, sprechen viel miteinander, coachen und motivieren sich gegenseitig", lobt Schedlo. Das Zusammenspiel mit der Abwehr entwickelt sich kontinuierlich.

Mannschaft bekommt Zeit, sich zu entwickeln

Die Offensive prägte in den vergangenen Jahren unter anderem Sabrina Koeck. "Es ist schön, wenn man so herausragende Spielerinnen hat", gestand der Trainer ein. Er betonte aber gleichzeitig: "Wir werden diese Position nahtlos ausfüllen." Zum einen rückt beispielsweise Lisa Wolf auf Rückraum links, die bereits beim Jessener SV mit sieben Treffern auftrumpfte. Zum anderen kann auch Jessica Arnold dort auflaufen, wenngleich der 19-Jährigen natürlich als Neuzugang derzeit noch die Bindung zum Spiel fehlt und die Kombinationen etwas unsicher sind. "Wir wollen aber niemanden überfordern und werden ihr Zeit geben, sich zu entwickeln." Die 15 Minuten Einsatzzeit in Jessen hatte sie allerdings vor allem im Angriff bereits gut gelöst. Und auch Katharina Depta hatte schon ihr Potenzial abgerufen. Trotz Nasenblutens in der ersten Halbzeit lief sie nach dem Wechsel weiterhin auf, erzielte bei sieben Versuchen insgesamt sechs Treffer.

Auch für den Trainer eine neue Situation

Für den Trainer, der bereits sein elftes Jahr an der Seitenlinie stehen wird, ist es aufgrund der starken Verjüngung der Mannschaft ebenfalls eine neue Situation. "Die Vorhaben und Pläne werden zum Teil in die Tat umgesetzt. Der Effekt war eher positiv als negativ. Es war einfacher, Spieler zu ersetzen, als ich gedacht hatte." Schedlo wird nun zunächst eine Stammformation suchen, die sich einspielen soll. Erst dann wird die Sieben durch weitere Spieler vermehrt ergänzt. "Dafür ist es aber wichtig, sich im Training anzubieten."

Ziele werden indes nicht ausgegeben. Natürlich steht der Verbleib in der Sachsen-Anhalt-Liga an oberster Stelle. Viel wichtiger sei aber, dass sich die Mannschaft als geschlossene Einheit entwickelt. Erste Zeichen, dass Lok auf dem besten Weg dahin ist, gab es bereits in der ersten Partie. Nicht nur die Spielerinnen auf dem Feld haben "eine fantastische Leistung" abgerufen, sondern auch die nicht eingesetzten Akteure sorgten auf der Bank für eine super Stimmung, haben ihre Teamkolleginnen angefeuert.

Das wird auch heute notwendig sein, denn mit dem Absteiger aus der Mitteldeutschen Oberliga, der SG Seehausen, wartet "ein echter Hammergegner auf uns", betont Schedlo. Das echte Highlight, nämlich das Derby gegen die TSG Calbe, muss dagegen noch etwas warten. Erst an den vorletzten Spieltagen der Hin- und Rückrunde steht diese Partie bevor, der auch Dirk Schedlo entgegenfiebert. "Jeder möchte das Spiel gewinnen, jeder ist hoch motiviert, geht an seine Grenzen und wächst über sich hinaus." Bis dahin hat das Team noch genügend Zeit, sich als Einheit zu finden.