Neue Erkenntnisse hat das Derby der Sachsen-Anhalt-Ligisten nicht hervorgebracht. Wieder wurde leidenschaftlich gekämpft, wieder blieb es spannend zum Schluss, wieder gab es keinen Sieger. Die Handballer der TSG Calbe und der SG Lok Schönebeck trennten sich leistungsgerecht 29:29 (13:12).

Calbe. Das Ergebnis ist die Bestätigung dessen, dass sich beide Mannschaften in dieser Saison auf einem ähnlichen Leistungsniveau einpendeln. Aber auch der Spielverlauf veranschaulicht, dass sich die TSG und die SG Lok in nichts nachstehen. In der ersten Hälfte konnte sich anfangs keine Mannschaft absetzen, bis Lok die Führung durch zwei Treffer von Johannes Sternberg und einen verwandelten Strafwurf von Mario Seifert an sich riss - 9:6. Doch Calbe kam zurück, überstand eine doppelte Unterzahlsituation und war vor allem über die zweite Welle durch Felix und Maximilian Kralik erfolgreich, auch weil die Gäste zu überhastet abschlossen. Christian Hübner erzielte den 13:12-Halbzeitstand für Calbe.

In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild. Nie mehr als drei Treffer zog einer der beiden Kontrahenten davon. Im Handball sind das Nuancen. Dennoch trieb Peter Weiß das Verhalten seiner Mannschaft bei der 16:13-Führung die Zornesröte ins Gesicht: "Wir haben uns in dieser Phase einfach blöd angestellt. Wir hätten den Sack zumachen können." Chancen waren durchaus vorhanden, doch scheiterte die TSG am gut aufgelegten Patrick Tuchen im Tor der Schönebecker oder an den eigenen Nerven. Lok kam zurück ins Spiel, auch weil Guido Weidner nun auftaute und insgesamt siebenmal traf. Er wechselte auf die halbrechte Rückraumposition für Seifert, den die offensive 6-0-Deckung der Calbenser gut im Griff hatte. Falk Hohmann erzielte schließlich das 28:25 für die Gäste und Calbe griff, wieder einmal, zu einem bewährten Mittel. Mit einer Manndeckung zog sie den Schönebeckern den Zahn, die sich zudem selbst schwächten. Nach zwei Zeitstrafen gegen Stefan Kazmierowski und Sternberg waren sie nur noch zu Viert auf der "Platte". "Ich muss ihn werfen lassen", zeigte sich Kazmierowki ob seiner Hinausstellung einsichtig und stellte ernüchtert fest: "Mit einer Manndeckung kommen wir nicht zurecht." Calbe kam so zu Ballgewinnen und glich zum 29:29-Unentschieden aus, wieder einmal.

TSG Calbe: Bertram, Knörich - Walter (1), B. Rätzel (7), Barby (2), Doll, Hulha (5), Roost, N. Rätzel, M. Kralik, Fritzsche, Kralik (5), Hübner (6)

SG Lok: Tuchen, Schuster - Stark, Seifert (6), Hohmann (5), Grünig (1), Kazmierowski (2), Bauer, Schulz, Schröder (5), Weidner (7), Sternberg (3)

Strafwürfe: TSG 7/6 - Lok 5/4; Zeitstrafen: TSG 4 - Lok 6