Calbe (fna). Der Wind weht leise durch die Bäume, an denen wieder Blätter wachsen, die Saale schleicht gemächlich durch ihr Flussbett und ab und zu kommen Spaziergänger vorbei. Die Sportanlage "Am Heger" in Calbe verbreitet durchaus idyllische Eindrücke. Doch wenn die Sonne langsam zum Horizont sinkt und es später Nachmittag wird, dann sorgen die vielen Nachwuchs-Fußballer der TSG Calbe, die sicher eher den Blick für den Ball und das Tor haben anstatt für die Landschaft, für Leben auf den Plätzen, dann ist von malerischer Idylle nicht mehr viel übrig, dann werden statt Grillenzirpen und Blätterrascheln eher Geräusche vom Kindertoben und laute Anweisungen durch die Luft getragen. Oft kommen letztere von Trainer Dieter Gütling, wenn er nicht zufrieden ist mit dem, wie die D-Jugend-Kicker von der TSG Calbe seine Vorgaben umsetzen. Einen Sportplatz dahinter geht es ruhiger zu, Mario Fahland verlangt nicht so viel taktisches Verständnis wie Gütling. "Das muss sich erst entwickeln." Fahland hatte am Mittwoch nur neun Spieler beim Training - von normalerweise 19. "Es ist wichtig, dass sie Spaß haben", betont er, "aber auch den richtigen Ehrgeiz entwickeln". Deshalb wird zum Ende jeder Einheit gespielt. "Manchmal", berichtet Fahland, "wird auch ausschließlich gespielt". Das käme auf die Tagesform der Kinder an, nach stressigen Stunden in der Schule "wollen sie sich einfach nur austoben".

Ist das nicht der Fall, gibt es die Erwärmung mit Ball und mindestens eine halbe Stunde lang Technikschulung, am Mittwoch beispielsweise Einwürfe oder Passen über vier, fünf Meter. "Die Entwicklung ist gut", freut sich der Coach. Vor allem die Kinder, die vor kurzem erst mit dem Fußball begonnen haben, hätten einen großen Sprung nach vorn gemacht.

Fahland war selbst aktiv, bis er zehn Jahre alt war, dann galt seine Leidenschaft zunächst der Leichtathletik. Von 1995 bis 2000 lief er nochmal für den SV Groß Rosenburg auf. Seit drei Jahren betreut er die F-Jugend, als der damalige Trainer sein Engagement beendete "habe ich den Trainerschein gemacht". Da die Kinder im Alter von fünf bis acht Jahren sind, "ist es nicht immer einfach, alles unter einen Hut zu bekommen". Unterstützung bekommt er beispielsweise von Christian Harant, dem Keeper der ersten Mannschaft, der einmal im Monat die Torhüter schult. Außerdem helfen die Eltern Mike Brösel und Sebastian Hempel sowie Tanja Fahland, die sich um die Organisation kümmert.

So kann sich Mario Fahland auf die Ausbildung konzentrieren und kommt dabei meist selbst am meisten ins Schwitzen. Kaum fünf Sekunden vergehen, in denen sein Name nicht gerufen wird, in denen er sich nicht anschauen soll, wie toll seine Schützlinge die Übungen absolvieren, in denen er die flinken Kinder zusammenhalten muss. "Das ist schon okay", sagt er mit einem Lächeln.

Fahland versucht, die Trainingseinheiten abwechslungsreich zu gestalten, Verbesserungsbedarf gibt es sicherlich in allen Elementen, es hapert unter anderem an der Defensive. Das ist in diesem Alter aber normal. "Wir sind ausgeglichen besetzt", kennt der Coach eine Stärke seines Teams, das gelte vor allem für das Mittelfeld.

Das wird die TSG morgen wieder unter Beweis stellen wollen, dann steht der Auftakt zur Kreisliga beim SV Belleben auf dem Programm, zweiter Gegner in diesem Turnier ist Sankt Georg Hecklingen. "Wir haben in dieser Saison auch Erfolge eingefahren und nicht nur verloren. Ich rechne mir ganz gute Chancen für morgen aus", schaut Fahland optimistisch nach vorn.