Zwickau (chj) l Das hatten sich die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt anders vorgestellt. Sie unterlagen mit 28:34 (12:19) beim Zwickauer HC Grubenlampe und enttäuschten ihren Trainer Uwe Mäuer. Damit befindet sich der HVS nun wieder mit einem Bein im Kampf um den Klassenerhalt der Mitteldeutschen Oberliga, statt mit einem Sieg die vorderen Plätze ins Auge zu fassen.

Über 20 Minuten begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Laut Mäuer herrschte bis dahin "Normalbetrieb", bei dem es hin und her ging. Beim zwischenzeitlichen 9:9 deutete sich noch nicht an, was den Coach später auf die Palme bringen sollte.

Doch als die Uhr auf die 21. Minute sprang, passierte etwas Unerklärliches. Die Staßfurter ließen plötzlich alle Tugenden vermissen, die man in der Liga benötigt. Mäuer erinnerte sich, dass er Co-Trainer Andreas Stops ansah und beide sich fragten: "Was ist los?" Es fehlte dem HVS von jetzt auf gleich an allem. Mäuer vermisste jeglichen "Biss und Ehrgeiz".

In der Folge lief bei den Gästen gar nichts mehr. Angriffe fanden nicht den Weg ins Ziel und die Deckung agierte zu zaghaft. Die akut abstiegsbedrohten Zwickauer ließen sich nicht zweimal bitten und bauten eine komfortable Sieben-Tore-Führung zur Pause auf, die nach dem Seitenwechsel sogar noch auf elf Treffer erhöht wurde. Zwar gelang es den Staßfurten noch einmal, ein anderes Gesicht zu zeigen und auf fünf Tore (26:31) zu verkürzen, doch der Zug war längst abgefahren.

Die Gastgeber legten schlichtweg eine gewilltere Leistung an den Tag und "wir haben das so hingenommen", haderte Mäuer. Er zählte am Ende 25 misslungene Abschlüsse, zu denen sich noch zahlreiche technische Fehler gesellten. "Mit so einer Leistung kann man nirgendwo gewinnen, nichtmal beim Tabellenletzten."

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Fuhrmann (1), Ortmann, Retting (8), Jacobi (6), Rach (1), Engelhardt, Hähnel (3), Scholz (7/2), Rindert (2), Secara

Siebenmeter: Zwickau 1/1 - Staßfurt 3/2; Zeitstrafen: Zwickau 11 - Staßfurt 8; Rot: Ondrej Masak (3x2 Minuten, 57.), Michael Hätterich (3x2 Minuten, 54.) -beide Zwickau-, Nils Hähnel (3x2 Minuten, 28.) -Staßfurt-