Hameln/Staßfurt (fna) l Einen derart entspannten Abend hatte René Linkohr sicher selten erlebt. Der Trainer des HC Salzland 06 durfte sich ab der zehnten Minute zurücklehnen und ansehen, wie seine Handballerinnen beim MTV Rohrsen einen 2:3-Rückstand in eine klare Führung zur Pause wandelten, diese kontinuierlich ausbauten und am Ende einen souveränen 25:17-Erfolg einfuhren - ganz nach seinem Geschmack. Damit beschenkten sie nicht nur ihren Coach zum Geburstag, sie festigten zudem den vierten Rang in der 3. Liga.

Von Beginn an gaben sich die Salzländerinnen keine Blöße. Nach der 2:0-Führung per Doppelschlag von Justine Schmitz, die gemeinsam mit Stephanie Jäger und Yvonne Sachse aus einer geschlossen guten Mannschaftsleistung herausstach, musste der HCS zwar den 2:3-Rückstand hinnehmen. Doch in der Folge griff die offensive 6-0-Deckung immer besser zu. Bei acht Metern agierte das Team auf einer Linie, um auf die gefährlichen Rückraum-Schützen Manuela Schostag und Saskia Parpart hinauszutreten und sie festzumachen. "Wir haben nur wenig Rückraumtore zugelassen", lobte Linkohr. Von den sieben Gegentreffern zur Pause waren zudem zwei Siebenmeter.

Wenngleich Thea Schwarz nach einem Zusammenprall aufgrund einer Muskelverletzung am Schienbein ausgewechselt werden musste und nicht mehr ins Geschehen eingreifen konnte, blieben die Gäste auch in der zweiten Hälfte in der Abwehr bestimmend. Zunächst erzielte Rohrsen drei Treffer in Folge zum 10:13 (34.), doch dann gelang den "Wildgänsen" ein 6:1-Lauf zum 19:11 (44.), der die Vorentscheidung bedeutete. Stephanie Jäger, Yvonne Sachse und Justine Schmitz agierten in dieser Phase besonders auffällig. Beim 22:14 (50.) war dann alles klar.

Ausschlaggebend für den Erfolg war die Abwehrarbeit. "17 Gegentore, davon drei Siebenmeter, sprechen für sich", lobte Linkohr. "Es war eine herrlich unaufgeregte Sache, eine gelungene Geschichte." Am Ende hatten alle Einsatzzeiten erhalten. Stephanie Jäger war mit zehn Treffern aus dem Feld heraus die erfolgreichste Werferin.

Nach diesem Erfolg geht der Blick nun auf das nächste Spitzenteam, das in der Paul-Merkewitz-Halle zu Gast ist. Am Sonntag steht ab 16 Uhr der Zweite, HSV Marienberg, gegenüber. Nach Fritzlar und Kirchhof möchten die Wildgänse nun auch einem weiteren Favoriten ein Bein stellen. "Wir sind sehr heiß auf dieses Match. In unserem letzten Heimspiel wollen wir den Gegner nochmal richtig fordern", schaute Linkohr voraus. Dieser Abend wird für ihn wohl nicht so entspannt werden. Vielleicht ist er trotzdem nach seinem Geschmack.

Rohrsen: Traege, Michaela Schostag - Orsulic (1), Biester (3), Niemeyer, Kohnke-Zander, Tyce, Orzessek, Völkel (1), Martin, Manuela Schostag (6), Griese, Parpart (4/3), Bastek (2)

Salzland: Klauß, Lorf - Schwarz, Beck (1), Block (1), Rosiak (1), Schmitz (6/2), Retting (1), Jäger (10), Farken, Knappe, Sachse (2), Göpel (2), Schüler (1)

Siebenmeter: Rohrsen 4/3 - Salzland 4/2; Zeitstrafen: Rohrsen 4 - Salzland 3