Heimlich, still und leise präsentierte der Vorstand des Fußball-Verbandsligisten SV 09 Staßfurt am Mittwoch-abend einen neuen Trainer. Es ist Peter Sauerbier, der zuletzt den Landesligisten Schönebecker SV betreute, aber aufgrund der sportlichen Talfahrt Ende Oktober sein Amt nach 16 Monaten niederlegte. Nun übernimmt er ein Team, welches sich in den vergangenen Wochen noch tiefer in die Krise spielte. "Der Mannschaft fehlt das Selbstvertrauen", meint der Trainer. Dieses will es sich am besten schon heute um 15 Uhr mit einem Sieg gegen den TV Askania Bernburg zurückholen.

Staßfurt. Die Zeit von Interimstrainer Peter Köhler ist somit beendet. "Wir hatten im Vorfeld mit Köhler eine Vereinbarung getroffen, dass er uns so lange hilft, bis wir auf der Suche nach einem neuen Trainer fündig geworden sind", stellt der sportliche Leiter Rüdiger Rüchardt klar. Die Suche ver-lief erfolgreich. "Wir hatten mehrere Kandidaten, aber das Konzept von Sauerbier hat uns überzeugt." Sauerbier will, wie er selbst sagt, wie bereits beim SSV "mit einer jungen Mannschaft zum Erfolg kommen". Allerdings bittet er um Geduld, denn "Erfolg braucht seine Zeit". Er wird die Mannschaft, sollte sie den Gang in die Landesliga antreten, weiterhin trainieren. Doch dazu soll es nach seiner Ansicht nicht kommen. "Ich glaube an das Wunder." Es sind schließlich noch sechs Punkte zu vergeben.

Dabei hätte sich der SV 09 in den vergangenen Wochen aller Sorgen entledigen können. Aber anstatt den Klassenerhalt zu sichern, rutschten die Bodestädter insbesondere nach der 2:8-Niederlage gegen den TSV Völpke zum ersten Mal in dieser Saison in die Abstiegszone. Draufhin folgte in der Woche eine Krisensitzung, in der sich, so laut Rüchardt, "die Mannschaft für die Leistung entschuldigte". Inzwischen ist die Partie ausgewertet und "wir haben die Entschuldigung angenommen". Der Blick ist nun wieder nach vorn gerichtet.

Sauerbier verschaffte sich am Mittwoch einen ersten Überblick über den Leistungsstand. "Die Mannschaft macht einen fitten Eindruck, wirkt aber sehr verunsichert nach der Niederlagenserie." Sauerbier nahm sich gestern vor dem Training die Zeit und führte intensive Gespräche. Er appellierte inbesondere an die Spieler, die den Verein am Saisonende verlassen werden, "dass sie sich voll ins Zeug legen", um den Abstieg noch abzuwenden.

Während die einen noch zittern, planen die anderen bereits für die kommende Saison. Der TV Askania Bernburg, gegenwärtig Tabellensechster, befindet sich schon mittendrin in den Planungen. Zuwachs erhält er beispielweise aus Staßfurt. Die Abgänge von Matthias Härtl und Tony Adam stehen bereits fest. Allerdings liebäugeln noch andere SV 09-Akteure mit einem Weggang. Bernburgs Coach Heiko Böhler wird es sicherlich freuen, wie auch die Tatsache, dass seine Mannschaft "noch Platz fünf erreichen kann. Das wäre ein überragendes Ereignis". Böhler erwartet heute "einen heißen Tanz. Die Staßfurter werden sich noch einmal richtig reinhängen und wollen sich für das Debakel in Völpke rehabilitieren. Ein angeschlagener Gegner ist besonders gefährlich".

Noch dazu, wenn ein neuer Mann an der Seitenlinie steht. Heimlich, still und leise will sich der SV 09 nämlich nicht aus der höchsten Spielklasse des Landes verabschieden.