Die Kugel rollt wieder ... Nach der für die vielen Freunde des Kegelsports in und um Zerbst viel zu langen Sommerpause startet morgen um 13Uhr auf der Kegelsportanlage am Zerbster Schützenplatz die neue Saison in der Kegel-Bundesliga.

Zerbst l Wie in den vergangenen Jahren auch, steht die Saisoneröffnung des deutschen Serienmeisters SKV Rot-Weiß Zerbst erneut bereits im Zeichen des in gut zwei Wochen beginnenden Weltpokals.

"Da ich beim Weltpokal mit Sicherheit mehr als sechs Spieler auf Top-Niveau brauche, werden wir in den ersten drei Ligaspielen versuchen, alle Akteure auf eben dieses Niveau zu bringen", schaut Teamchef Timo Hoffmann schon vor dem ersten Spiel gegen Zwickau in Richtung Weltpokal in Österreich.

"Wer am Sonnabend spielt, steht noch nicht fest. Aber es werden sicher nicht zwingend die Spieler sein, die schon auf ihrem besten Limit sind."

Die Zielstellungen der Zerbster sind gewohnt ambitioniert. Hoffmann will sein Team zwar nicht unnötig unter Druck setzen, glaubt aber an seinen starken Kader: "Wir wollen unbedingt den Meistertitel verteidigen. Das wäre dann der zehnte Titel infolge. Das wäre ein riesen Ding."

Mit Blick auf den Pokal-Wettbewerb will er diesen nutzen, um "auch jüngere Spieler weiter an die erste Mannschaft heranzuführen."

International wird es für den SKV sicher noch schwerer, die Erfolge der vergangenen Jahre zu wiederholen. Die Top-Mannschaften aus Ungarn, der Slowakei und Serbien haben weiter spielerisch "aufgerüstet", so dass die Teilnahme an den Finalrunden in Weltpokal und Champions League die "oberste Priorität" besitzt, so Hoffmann.

Zur Situation in der Bundesliga sieht der SKV-Chef ein "höheres Niveau auch in der Breite". "Mit Bamberg, Schwabsberg und Lorsch stehen uns alte Bekannte im Titelkampf gegenüber. Und Staffelstein ist sicher kein normaler Aufsteiger."

Doch Hoffmann sieht sein Team gut vorbereitet auf den Start gegen Zwickau: "Insgesamt bin ich mit dem Stand zufrieden, auch wenn der eine oder andere Spieler sich schon noch weiter entwickeln muss. Aber wir haben mit der intensiven Vorbereitung schon einen guten Stand erreicht."

Im morgigen Spiel gegen Zwickau gibt es mit dem SKV sicher nur einen Favoriten. Hoffmann warnt und zeigt sich gleichzeitig optimistisch: "Wir dürfen Zwickau zwar nicht unterschätzen und müssen hochkonzentriert zu Werke gehen. Aber egal wer spielt, ich setze auf einen klaren Sieg. Wenn wir hier stolpern, müssten wir unsere Zielsetzungen wohl noch einmal überdenken."

Mit dem TSV 90 Zwickau kommt der letztjährige Tabellensiebte zum deutschen Meister. Anschließend wartet das schwere Auswärtsspiel in Bamberg beim Dauerkonkurrenten auf die Zerbster, bevor eine deutlich verstärkte Straubinger Mannschaft an die Nuthe reist.

Dass die Zwickauer sich im Sommer ebenfalls verstärkt haben, zeigt der Blick auf den aktuellen Kader. Vom 200-Wurfligisten aus Weida konnte Torsten Scholle verpflichtet werden, ein erfahrener und starker Bundesliga-Spieler. Dazu stehen mit dem WM-Teilnehmer Lars Pansa und den weiteren Leistungsträgern um Ingo Penzel, Daniel Grafe und Patrick Hirsch weitere junge Spitzenspieler im Team.

"Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht, dass die lange Vorbereitung vorbei ist und der `Echtbetrieb` startet", scharrt Hoffmann bereits mit den Füßen. Der Unterstützung durch die vielen Fans des Spitzenkegelsports können sich die Rot-Weißen gewiss sein. Die Kugel rollt wieder...