Bei strahlendem Sonnenschein und heißen Temperaturen empfing Fußball-Kreisoberligist Blau-Weiß Gerwisch II am Sonnabend die Mannschaft des VfL Gehrden. Die Truppe um Trainer Heinrich Schöbel hatte sich viel vorgenommen, da die letzten Spiele immer heiß umkämpft waren und meist auch Punkte liegengelassen wurden. Am Ende erkämpfte der VfL einen 5:3 (1:0)-Auswärtserfolg.

Von Stephan Sens

Gerwisch. Die Gehrdener starteten nach dem Erfolg der Vorwoche selbstbewusst in die Partie und versuchten immer wieder, ihre schnellen Stürmer in Szene zu setzen. Es wurde gefällig über die Außen gespielt, allerdings waren die Anspiele und Flanken noch zu ungenau. Die erste Chance hatte der Spielmacher der Gastgeber, als er sich aus 20 Metern ein Herz fasste und den Ball an die Latte des VfL-Tores krachte.

Dies war der Weckruf für die Gehrdener, denn fast im Gegenzug setzte sich Lars Günther auf der linken Seite durch und flankte nach innen auf Tobias Knape. Dessen unplatzierten Schuss hielt der Torhüter, doch der Ball sprang zu Maik Böttge, der verzog. Die Gehrdener wollten die Führung, waren allerdings nur durch Freistöße richtig gefährlich. Zweimal Böttge und René Wiergowski schossen knapp vorbei oder über das Tor. Besser machte es Knape, der einen Freistoß direkt auf den kurzen Pfosten zog. Der Torhüter konnte den Ball nur an den Pfosten lenken. Der Nachschuss wurde vertändelt.

Die Gehrdener hatten Platz und rotierten im Mittelfeld, um den Gegner zusätzlich zu verwirren. Nach einem Doppelpass in der 35. Minute von Stephan Sens und Böttge, konnte sich Letzterer mit einem feinen Trick durchsetzen und die Abwehr alt aussehen lassen. Sein präzises Anspiel in die Mitte nutzte Maxi Leps mit seinem ersten Saisontor zum 1:0. Gerwisch war vereinzeltdurch Ecken gefährlich, die jedoch meist bei Torhüter Florian Baumgart landeten oder überhas- tet vergeben wurden.

Trainer Schöbel forderte mehr Präzision im Abschluss und mehr Genauigkeit bei den Zuspielen. Außerdem kam Nico Lehmann neu in die Partie. Er sollte für frischen Wind auf der Außenbahn sorgen.

Die Gäste legten los wie die Feuerwehr und wollten die Führung ausbauen. Als Böttge im Strafraum umgerissen wurde, zeigte der Schiedsrichter sofort auf den Punkt. Wiergowski übernahm die Verantwortung und verwandelte den Elfmeter sicher zum 2:0. Die Gerwischer waren konsterniert. Nach schönem Direktspiel im Mittelfeld war Lehmann frei durch. Seine präzise Flanke kam zu Knape, der in der 50. Minute zum 3:0 per Kopf abschloss.

Wer nun dachte, dass Gehrden so weiter machen würde, sah sich getäuscht. Auf einmal wurden die Zweikämpfe nicht mehr angenommen und Fehlabspiele prägten das Spiel des VfL. Den sich bietenden Platz nutzen die Gerwischer, die sich nun Feldvorteile erspielten. Aus stark abseitsverdächtiger Position fiel der Anschlusstreffer zum 1:3.

Kurz danach waren die Gastgeber erneut in der Überzahl im Strafraum der Gehrdener. Ein Verteidiger rutschte aus und der Kapitän hatte freie Bahn. Sein Schuss schlug unhaltbar im Dreiangel ein.

Die Gehrdener gaben sich nicht auf und so war es der bes- te Gehrdener an diesem Tag, dem das 2:4 vorbehalten blieb. Böttge, der nach feiner Einzelleistung von Günther freigespielt wurde, nutzte seine Chance und schob den Ball überlegt am Torhüter vorbei in die Maschen.

Die Gehrdener Abwehr um Libero Sören Bohn hatte Schwerstarbeit zu leisten, denn der Gastgeber hatte auf drei Stürmer umgestellt. Immer wieder war ein Spieler der Gerwischer frei, da die Zuordnung fehlte. Selbst beste Chancen wurden zum Glück der Gehrdener vergeben. Als eine dieser Druckphasen bereinigt schien, wurde der Ball im Spielaufbau verloren und der Gerwischer Kapitän kam im Gegenzug erneut zum Torerfolg.

Als nur noch zehn Minuten zu spielen waren, setzte sich Lehmann auf der rechten Seite durch. Seine Flanke köpfte Böttge freistehend neben das Tor. Knape machte es kurz darauf besser und erzielte den Endstand zum 5:3. Weitere sehr gute Chancen durch Günther und Lehmann wurden kläglich vergeben.

Danach war Schluss. Die Gehrdener gewannen zwar dieses umkämpfte Spiel, müssen sich jedoch vorwerfen lassen, zu viele Chancen vergeben zu haben und auch in der Verteidigung nicht konsequent genug zu Werke gegangen zu sein. Kommendes Wochenende gilt es, diese Schwächen abzustellen und eine gute Leistung zu bringen, denn im Derby gegen BlauWeiß Loburg sollen die Punkte in Lübs bleiben.

Gehrden: Baumgart - Bohn, Rehse, Kraft, Leps, Knape, Wiergowski, Schöbel, Sens (45. Lehmann), Böttge, Günther.

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