Mit einer letzten Verzweiflungstat will Claudia Pechstein doch noch ihren Traum von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen in Vancouver verwirklichen. Die wegen Dopings gesperrte Eisschnellläuferin beantragte gestern beim Adhoc-Gericht des Internationalen Sportgerichtshofes CAS in der Olympiastadt die Startfreigabe. Zudem stellten ihre Anwälte in der Schweiz Strafanzeige gegen den Eislauf-Weltverband ISU wegen Prozessbetrugs.

Vor allem mit Hilfe der entlastenden Aussage eines Gutachters der Gegenseite, des Biostatistikers Dr. Pierre-Edouard Sottas, will die fünfmalige Olympiasiegerin das Unmögliche noch möglich machen. Sie habe sich zu dem Schritt entschlossen, weil " ich der Überzeugung bin, dass der CAS noch einmal seine Entscheidung in meinem Fall überdenken muss ", sagte Pechstein. Und : " Wenn ein Gutachter des Weltverbandes seine Meinung ändert, muss man das Verfahren noch einmal aufrollen. Vielleicht kommt das Gericht zu einer anderen Meinung und gibt mir Recht. Dann würde doch noch ein Traum in Erfüllung gehen. " Es wären ihre sechsten Spiele.

In Vancouver will sie an den Teamrennen am 26. und 27. Februar teilnehmen. " Ich bin davon überzeugt, dass ich im Team helfen kann ", sagte die fünfmalige Olympiasiegerin, die am kommenden Montag 38 Jahre alt wird. 2006 in Turin hatte sie mit der Mannschaft ihren fünften Olympiasieg gefeiert. " Im Team könnte ich in Vancouver um Medaillen laufen ", sagte Pechstein.

Der renommierte Dopingexperte Sottas, der gestern für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen war, hatte mit seinen Expertisen maßgeblich dazu beigetragen, dass die ISU Pechstein ohne positiven Befund für zwei Jahre wegen Dopings sperrte. Nun zitiert Pechstein auf ihrer Homepage aus einer EMail, in der Sottas die Wahrscheinlichkeit eines Dopingvergehens bei Pechstein als " gering " einstuft.