Berlin l Gold, Silber, Bronze: Einen besseren Start in die 126. Deutschen Meisterschaften hätten die Schwimmer des SC Magdeburg kaum erwischen können. Franziska Hentke gewann am Donnerstag m Europa-Sportpark in Berlin den Titel über 400 Meter Lagen in einer neuen Bestzeit, mit der sie zugleich die Norm für die Europameisterschaft im August unterbot: 4:44,14 Minuten. Finnia Wunram freute sich über den dritten Platz (4:45,86). Rob Muffels holte sich Silber über die 1500 Meter Freistil.

Voller Ehrfurcht schickte der 19-jährige Muffels nach den finalen Rennen einen Gruß an Hentke: "Dass eine Schmetterling-Spezialistin den Titel über 400 Meter Lagen gewinnen würde, das hätte ich nicht erwartet." Dabei pustete er kurz durch und zog die Augenbrauen hoch. Diese positive Emotion konnte SCM-Trainer Bernd Berkhahn nicht ganz teilen. "Franziska war 350 Meter lang fest", erklärte der Coach. "Erst nach der letzten Wende ist sie explodiert."

Hentke: "Das war ein richtig schlechtes Rennen"

Letztlich hatte die 24-Jährige 1,45 Sekunden Vorsprung auf die Zweite Alexandra Wenk (München). Trotzdem fand Hentke drastische Worte für ihr Auftreten: "Das war ein richtig schlechtes Rennen, technisch miserabel. Aber letztlich bin ich auch zufrieden mit dem Titel und der EM-Norm."

Muffels war indes mit 15:19,77 Minuten zwar nur knapp über seiner zwei Jahre alten Bestzeit geblieben, die Freude über Silber hielt sich dennoch in Grenzen. "Das Rennen ist nicht optimal gelaufen. Ich habe mich dann im Mittelteil zu sehr an Clemens Rapp gehalten." Sein "kleines Traumziel" war natürlich die EM-Norm (15:13,98), die letztlich nur Sieger Sören Meißner (Würzburg) um 54 Hundertstelsekunden knapp unterbot. Rapp wurde indes Dritter in 15:20,76 Minuten.

Wunram unterbietet Rekordzeit

Finnia Wunram hatte noch am Morgen ihre Zeiten mit völlig anderen Augen gesehen. "Ich hatte sie gefragt, was ihr Ziel ist. Da sagte sie, sie möchte unter fünf Minuten schwimmen", berichtete Berkhahn über die Konversation am Frühstückstisch. Wunram selbst konnte darüber herzlich lachen nach dem Finale. Tatsächlich stellte sie nämlich eine neue Bestleistung auf, sie unterbot die bisherige Rekordzeit um vier Sekunden.

Paula Beyer (400 Meter Lagen) erreicht in 4:55,56 Minuten einen neunten Platz, Marcus Herwig schwamm über 1500 Meter Freistil auf Rang sieben in 15:46,81 Minuten. Poul Zellmann hatte das A-Finale über 400 Meter Lagen erreicht, verzichtete aber auf einen Start, um sich für die Freistildisziplinen zu schonen.

"Ich hoffe, die anderen lassen sich von den Erfolgen mitreißen", so Berkhahn. Die Meisterschaften gehen bis Sonntag.

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