Koblach l "Ich bin mächtig stolz auf meine Jungs." Der Präsident des SKV Rot-Weiß Zerbst, Lothar Müller, konnte es kaum fassen. Der deutsche Meister gewann am Sonnabend im österreichischen Koblach zum sechsten Mal den Weltpokal im Classic-Kegeln für Club-Mannschaften.

Dazu mussten die Rot-Weißen einen wahren Kegel-Krimi überstehen. Gegen den amtierenden Champions League-Sieger Szegedi TE (Ungarn) dauerte es bis zum letzten Wurf, ehe der 5:3-Sieg der Zerbster mit der Winzigkeit von sechs mehr erspielten Kegeln feststand (3816:3810).

Im Start-Durchgang lagen die Ungarn sogar mit 2:1 Mannschaftspunkten (MP) vorn. Uros Stoklas holte seinen MP und Axel Schondelmaier und Mathias Weber ließen ihre Gegenspieler nur um insgesamt 22 Kegel enteilen. Für den SKV war noch alles drin. Doch drei Wurf vor Schluss der Partie deutete alles auf einen Szeged-Sieg hin.

Boris Benedik verlor den dritten MP und Szeged war mit über 20 Kegeln wieder enteilt. Aber Teamchef Timo Hoffmann und Thomas Schneider gaben sich nicht geschlagen und erspielten mit den letzten Würfen die entscheidenden Neuner und bogen so das Spiel noch um.

"Wir wollten den Titel einfach mehr als Szeged. So, wie wir hier geschlossen aufgetreten sind, bis zur letzten Kugel gekämpft haben. Das ist einzigartig. Darum haben wir den Pott auch verdient zum sechsten Mal gewonnen", jubelte Hoffmann über die Leistung seiner Mannen. Und dann machte er sich mit ihnen in die Koblacher Nacht auf. Noch lange hallten die Jubelgesänge der Zerbster durch den sonst eher ruhigen Ort. Jetzt weiß ein großer Teil der Einwohner: "Hier regiert der SKV!".