Magdeburg l In der Motorsportarena Oschersleben bahnt sich gleich zu Beginn des neuen Jahres eine Sensation an. Nachdem sich der Nürburg- und Hockenheimring nicht über die Austragung des deutschen Formel-1-Rennens 2015 einigen können, tritt die Rennstrecke in der Börde auf die Agenda. Kurz vor dem Vertragsabschluss zieht F1-Promoter Bernie Ecclestone sein Angebot indes zurück und zieht mit seinem Tross für den Deutschland-Grand-Prix auf den noch nicht fertigen Flughafen nach Berlin-Schönefeld weiter. "Dort haben wir größere Auslaufzonen als in der Arena und Baufreiheit bis 2020 garantiert bekommen", erklärt Ecclestone. "Da können wir natürlich nicht mithalten", sagt Arena-Chef Thomas Voss und richtet stattdessen einen weiteren Lauf im Börde-Sprint aus.

Der 1. FC Magdeburg setzt im Frühjahr seine beeindruckende Siegesserie unter Trainer Jens Härtel in der Fußball-Regionalliga Nordost fort und fängt am letzten Spieltag den FSV Zwickau als Meister ab. In den Relegationsspielen versagen dem ehemaligen Europapokalsieger indes wieder einmal die Nerven und der FCM verpasst den Drittliga-Aufstieg. Die erste Meisterschaft seit der Wiedervereinigung wird dennoch euphorisch gefeiert und mit Hilfe eines Sponsors vor dem Rathaus am Alten Markt eine Balkonbrüstung aufgestellt. Sogar ein Schlager-Star wird engagiert. WeilHelene Fischer ("Atemlos") gerade anderweitige Verpflichtungen hat, wird Ballermann-Party-Sänger Peter Wackel verpflichtet und singt passend zum verpassten Aufstieg: "Scheiß drauf..."

Bei Staffel-Rivale Germania Halberstadt stapeln sich im Büro des Sportlichen Leiters Stephan Grabinski die Bewerbungen. Nachdem mit Willi Kronhardt, Achim Hollerieth und Henri Fuchs drei Ex-Profis binnen weniger Monate als Trainer am Werk waren und sind, haben sich die Vorharzer branchenintern einen guten Ruf als "Auffanglager" erarbeitet. Die kurzen Dienstreisewege im Nordosten, eine angemessene Bezahlung, die mitunter guten Wintersportmöglichkeiten im Harz sowie die Nähe zu Magdeburg sind die hervorstechenden Argumente. Gerüchte, dass Weltmeister Lothar Matthäus Grabinski beerben soll, weist Präsident Olaf Herbst resolut zurück: "Wir sind doch keine Reste-Rampe."

Nachdem der Magdeburger Profi-Boxer Robert Stieglitz im vierten Kampf gegen Arthur Abraham das 2:2 erreicht hat und Stieglitz im Rückkampf gegen Felix Sturm das vorher erwünschte Unentschieden erzwingen kann, hat SES-Promoter Ulf Steinforth eine Idee. "Was interessieren uns Verbände und Gewichtsklassen? Wir machen nur noch Kämpfe, die die Leute sehen wollen. Und Stieglitz, Sturm und Abraham wollen die Leute sehen", sagt der findige Box-Organisator. In der Magdeburger Getec-Arena trifft das Trio im Oktober in einem ebenso denkwürdigen wie einmaligen Dreier-Gefecht aufeinander. Einen Sieger gibt es nicht. Auch dieser Kampf endet merkwürdigerweise unentschieden (115:113:111, 111:113:115, 114:114:114). Die Fortsetzung folgt im Frühjahr 2016.

Handball-Bundesligist SC Magdeburg eilt nach der WM-Pause weiter von Sieg zu Sieg. Die Mannschaft von Trainer Geir Sveinsson hat am 15. November 2014 letztmals ein Spiel verloren und marschiert bis zum Sommer durch Bundesliga und DHB-Pokal - die Branchengrößen aus Kiel, Flensburg und Mannheim können das Double der Grün-Roten nicht verhindern. Und selbst die Füchse Berlin, früher mal Angstgegner, liefern die Punkte erneut gegen Magdeburg ab. "Nichts ist schöner, als gnadenlos unterschätzt zu werden", sagt der umtriebige Manager Marc Schmedt. Es gibt zwar auch beim SCM keinen Aufstieg zu feiern, zur Meisterfeier kommen die Spieler vom 1. FC Magdeburg aber trotzdem. Und auch Helene Fischer ist ganz atemlos mit dabei.