Magdeburg. Kommt er oder kommt er nicht? Das ist die Frage, die sich nicht nur Magdeburgs Box-Fans spätestens seit dem vergangenen Wochenende stellen. Gemeint ist ein Mega-Fight zwischen zwei der besten Supermittelgewichtler der Welt, SES-Weltmeister Robert Stieglitz und Arthur Abraham aus dem Sauerland-Team.

Nach der erfolgreichen WBO-Pflicht-Titelverteidigung in einem spektakulären Gefecht gegen den bis dato ungeschlagenen Gifhorner Eduard Gutknecht ist der 28-jährige Magdeburger auf Abraham fixiert wie auf keinen anderen Boxer. "Ich will diesen Kampf unbedingt", sagt Stieglitz. "Ich will wissen, wer von uns beiden der Bessere ist. Arthur soll sich nicht verstecken." Zumal Stieglitz in gemeinsamen Sparringsrunden gegen ihn stets sehr gut aussah.

Promoter Ulf Steinforth schlägt in dieselbe Kerbe: "Die Welt will diesen Kampf. Es geht nicht darum, dass wir Abraham verumglimpfen, weil er sich verstecken würde. Nein, uns geht es einzig und allein um die sportliche Herausforderung."

Doch die ganze Sache hat einen Haken. Einen ziemlich gro-ßen sogar. Abraham hat, angeblich, keine Zeit. Der 30-jährige Armenier mit deutschem Pass, der sich erstmals 2005 den WM-Titel im Mittelgewicht geholt hatte und spätestens seit seinem "Blutkampf von Wetzlar" (hier boxte er acht Runden lang mit doppelt gebrochenem Unterkiefer gegen den Kolumbianer Edison Miranda) weltweit bekannt ist, ist seit 2009 im Super-Six-Turnier mit fünf anderen führenden Supermittelgewichtlern engagiert.

"Dieses Turnier hat für Arthur absoluten Vorrang", sagte gestern Sauerland-Sportdirektor Hagen Döring auf Volksstimme-Anfrage. "Alle unsere Planungen sind darauf ausgerichtet. Sollte nicht noch etwas Sensationelles passieren, ist er bis Frühsommer 2011 ausgebucht."

Und wenn Abraham im Turnier doch vorzeitig scheitern sollte? Döring: "Dann haben wir eine neue Situation. Und dann ist vieles möglich."

Auch ein Gefecht gegen Stieglitz? "Das heutige Boxgeschäft ist sehr flexibel. Natürlich wird man dann entsprechende Möglichkeiten ausloten. Je nachdem, wie attraktiv sie sind. Der Gewinner eines möglichen Vereinigungskampfes zwischen Stieglitz und dem rumänischen IBF-Weltmeister Lucien Bute wäre, nur mal als Beispiel, eine Variante, über die man in Zukunft für Abraham nachdenken könnte."

Fazit: Stieglitz wird sich gedulden müssen. Aber ganz aussichtslos scheint die Sache zumindest nicht zu sein.

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