Osterstimmung herrschte am Sonntag in Hohenseeden: Bei schönstem Wetter lockte die Ausstellung von Kunsthandwerk mit Verkauf im "Garten der Begegnung" bei Familie von Reinersdorff in Hohenseeden viele hundert Besucher an. Die Gastgeber waren ebenso überrascht wie erfreut über diesen Zuspruch.

Hohenseeden l Ein Parkplatz war im Ortszentrum von Hohenseden nur noch mit viel Glück zu bekommen. Viele waren gleich auf dem großen Platz an der Bauernscheune geblieben. Ähnlich sah es auf dem Hof von Reinersdorffs Grundstück aus, was die Fahrräder anging: Ganze Gruppen hatten bei diesem schönen Wetter den Besuch der Osterausstellung mit einer Radtour verknüpft. Aus allen Richtungen waren sie gekommen, aus verschiedenen umliegenden Orten.

"Ich war sprachlos", gesteht Gabriele von Reinersdorff. Während der Veranstaltung war sie ständig irgendwo unterwegs, um etwas zu organisieren. Gestern hatte sie endlich wieder ein bisschen "Luft" und konnte das ganze erstmal "verdauen". Sie erzählt: "Mein Bruder wollte mir noch zusätzliche Tische und Stühle aus Ihleburg mitbringen, aber ich hatte gesagt: Wozu denn... Hätte er es mal nur gemacht!"

So wurden nun alle Sitzgelegenheiten herausgekramt, die noch irgendwo zu finden waren. Darüber hinaus nutzen die Gäste alles, was sich zum Draufsitzen anbot. Und sie schlenderten beeindruckt durch den Garten, erfreuten sich an vielen blühenden Blumen und der schönen Anlage insgesamt. Gabriele von Reinersdorff hatte auch den Garten aufs Beste "in Schuss gebracht", und ihr Mann, erzählt sie, habe kurz vorher nochmal den Rasen gemäht.

Am meisten freut sie sich darüber, dass die Arbeit der Frauen vom Freundeskreis der Kirchengemeinde Hohenseeden-Reesen solche Anerkennung fand. "Es hat ihnen viel Spaß gemacht, und sie haben auch viel Freude daran gehabt!"

Jedes Jahr würden die Frauen besser, findet sie. Immer neue Ideen haben sie beim Aufbauen und Dekorieren der Ausstellung. "Sie haben so viele Sachen angeschleppt zum Dekorieren, auch frische Blumen." Viel machen lasse sich dank des vieles Holzes, besonders der Balken, in der ehemaligen Scheune.

Ein bisschen mehr ausbreiten als sonst konnten sie sich mit ihren vielen Osterdekorationen, denn ein Stand blieb ausnahmsweise leer: Birgit Kaiser mit ihren Patchwork-Sachen und Puppen hatte kurzfristig krankheitsbedingt absagen müssen und hat das sehr bedauert. Dies hier in Hohenseeden sei ihr schönster Markt im Jahr, hat sie gegenüber Gabriele von Reinersdorff betont.

Ansonsten waren alle Aussteller da. Bis auf die Keramikartikel war alles in der Scheune platziert, wo man zeitweise kaum noch treten konnte vor Menschen. Für die Keramik vom Diakoniewerk Wilhelmshof gab es einen großen Stand mitten auf der Wiese. Hier hatten die Besucher viel Platz zum Schauen. Das Interesse war groß für die schönen Sachen. Das galt auch für die Angebote der anderen Aussteller.

Mächtig gefragt war auch der Kuchen, den die Frauen des Freundeskreises gebacken hatten. Sie hatten reichlich vorgesorgt, und das war auch nötig. In der Bibliothek im ehemaligen Stall, auf dem Hof und im Garten saßen die Gäste an Tischen, um hier in geselliger Runde ihren Sonntagsnachmittagskaffee zu trinken. Köstlicher Duft kam von der Waffelbäckerei im Scheunendurchgang herüber - auch dieses frisch zubereitete Gebäck fand reißenden Absatz. Und restlos aufgegessen wurden auch die über hundert Brötchen, die Gabriele von Reinersdorff selbst gebacken hatte.

Gestern wurde dann noch der Rest aufgeräumt, und es wurde "Kassensturz" gemacht. Das Ergebnis spricht für sich: Abzüglich der Kosten sind 2 300 Euro zusammengekommen, die nun ganz oder zum größten Teil der Sanierung des Hohenseedener Kirchturms zugute kommen werden.

Die Mitglieder des Freundeskreises Hohenseeden-Reesen haben sich nach den wochenlangen Vorbereitungen, den vielen Treffs zum Basteln und der enormen Arbeit am Wochenende eine Belohnung wohl verdient. Sie werden gemeinsam zum Rhododendronpark Westerstede fahren, kündigte Gabriele von Reinerdorff an - auf eigene Kosten.

Für die "Hausherrin" war nach dem Wochenende klar: "Ich mache das nicht nochmal!" Aber sie weiß auch, dass die Frauen ihr das wieder ausreden werden. Denn trotz der Mühen überwiegt doch die Freude daran, dass dieses Engagement solche Anerkennung findet.

   

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