Münster l Als die Rauchschwaden vom Magdeburger Block Mitte der ersten Halbzeit aus über das Spielfeld waberten und von dort die Rufe “Völlig außer Rand und Band” herausschallten, hatte die Szenerie eine gewisse Symbolik erreicht. Völlig außer Rand und Band - das traf auch komplett auf den Auftritt des 1. FC Magdeburg bei Preußen Münster zu. Vom schwachen Gastgeber ließ sich die Mannschaft von Stefan Krämer am Freitagabend von Beginn an einlullen, spielte ideenlos und fahrig. So stand am Ende eine 0:2 (0:1)-Auswärtsniederlage. Wieder hat der FCM “Big Points” in der 3. Liga fahrlässig liegen lassen.

Während in der ersten Viertelstunde nichts Erwähnenswertes passierte, häuften sich danach die Ereignisse. Ein Querpass von Verteidiger Brian Koglin vor dem eigenen Strafraum verunglückte komplett. Jürgen Gjasula musste im Vollsprint hinterher, zog gegen Rufat Dadashov, der ansonsten allein in Richtung Magdeburger Tor gelaufen wäre, die Notbremse. Schiedsrichter Robert Kampka zeigte die Rote Karte (16. Minute).

 

Es war ein früher Rückschlag für die Gäste, die sich danach schwertaten, ins Spiel zurückzukommen. Krämer hatte das Team nur auf einer Position verändert. Tarek Chahed konnte mit Knieproblemen nicht auflaufen, für ihn rückte Manfred Osei Kwadwo in die Startelf. Und der war es auch, der mit einem Solo über die linke Seite zum Torabschluss kam (28.). Doch sein Schuss brachte den Münsteraner Keeper nicht in Bedrängnis.

 

Die Szene war trotzdem sinnbildlich für das Spiel des FCM: Die Blau-Weißen agierten kaum geschlossen. Wenn, dann waren es individuelle Leistungen, die den FCM voranbrachten. Nur fehlten dann im kritischen Moment oft die Anspielstationen.

 

Nach einer dreiminütigen Spielunterbrechung, weil FCM-Fans Pyrotechnik gezündet hatten, hebelte Nico Brandenburger mit einem Pass in die Tiefe die Magdeburger Abwehr aus. Dominik Ernst und Brian Koglin schliefen oder spekulierten auf Abseits - mit Folgen. Dadashov traf zum 1:0 für Münster (36.).
Umso ärgerlicher: Wie sehr Münster von der Rolle war, konnten die 5900 Zuschauer im Stadion förmlich spüren. Trotz der Führung gab es auf der Tribüne entsetzte Blicke ob teilweise haarsträubender Fehlpässe des Gastgebers.

 

In der Halbzeitpause dürfte Stefan Krämer deutliche Worte in der FCM-Kabine gewählt haben. Ein aggressiverer Auftritt beim Tabellenvorletzten ließ trotzdem weiter auf sich warten. Bertram hatte dann in der 54. Minute die Chance zum Ausgleich auf dem Fuß, sein Schuss traf aber exakt das Lattenkreuz. Ebenfalls im Pech war der FCM kurz darauf (59.), als Kwadwo im Strafraum von Fridolin Wagner gefoult wurde, der Elfmeter-Pfiff aber ausblieb. Schiedsrichter Kampka zeigte an: Ball gespielt. Es war in der Verhältnismäßigkeit zur Roten Karte gegen Gjasula zumindest eine fragwürdige Entscheidung.

Doch der FCM hielt den Druck aber nicht lange aufrecht, Münster war auf einmal an der Strafraumgrenze. Dort zog Mörschel aus rund 20 Metern einfach mal ab und versenkte den Ball zum 2:0 (68.) im Tor. Krämer verzichtete auf eine direkte Reaktion, brachte dann in der 75. Minute Marcel Costly für Dominik Ernst und sechs Minuten später Anthony Roczen für Thore Jacobsen.

Doch ein offensives Feuerwerk brannte der FCM auch in den Schlussminuten nicht mehr ab. Krämer peitschte seine Mannschaft von der Seitenlinie noch mal an, doch es fehlte an Überzeugung, dass die Partie hier noch gedreht werden konnte.