Magdeburg l Christian Beck gibt zu, dass er zuletzt seine Zeit brauchte. Der sonst so redselige Kapitän des kriselnden Drittligisten 1. FC Magdeburg hielt sich auch medial zurück. Er dachte nach, reflektierte und wurde sich darüber bewusst: „Es gibt auch noch wichtigere Dinge als Fußball.“ Wie seine Familie, seine kleine Tochter. Auch wenn das 32-jährige FCM-Urgestein gerade öfter auf der Bank sitzt, will er deshalb künftig nicht mehr schmollend stagnieren. „Ich bin positiv gestimmt und will der Mannschaft helfen. Wenn das gerade von der Bank ist, dann ist das so“, hält er fest.

Eine Erkenntnis, die erst reifen musste: „Das ist keine einfache Situation für mich. Ich musste mich daran erst mal gewöhnen, kannte das aus den Jahren zuvor in dieser Form kaum“, sagt der Stürmer. Eine eingebaute Beck-Startelfgarantie wie in den Vorsaisons gibt es nicht mehr. In dieser Spielzeit saß er in vier von zehn Spielen auf der Bank, zuletzt zweimal in Folge mit nur zwölf Minuten Einsatzzeit.

Beck: "Es geht um das Team"

Und bei den einzigen beiden Siegen des FCM schmorte Beck jeweils über 90 Minuten am Spielfeldrand. Mit solchen Statistiken beschäftigt sich der 1,94-Meter-Hüne aber nicht. „Es geht nicht um Christian Beck, es geht um das Team. Und wenn wir erfolgreich sind, habe ich auch meinen Teil dazu beigetragen. Nur das zählt.“ Und darauf kommt es auch in der anstehenden englischen Woche an, die am Sonntag um 15 Uhr mit dem Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt startet.

FCM-Coach Thomas Hoßmang betont, dass auch sein Kapitän dabei „wichtig“ sein wird. Zumal er als einziger aktueller Blau-Weißer neben Tobias Müller auch bei den jüngsten beiden Siegen in Ingolstadt dabei war. „Da blickt man gern zurück, das waren positive Erlebnisse“, sagt Beck. Agieren die Magdeburger erneut „eklig“ und können den psychologischen Vorteil der positiven Bilanz gegen den FCI nutzen, „dann können wir da um die drei Punkte mitspielen“, ist sich der Angreifer sicher.

Dafür muss aber ein Gegner mit „hoher Qualität“, so Hoßmang, besser bespielt werden als beim 1:1 in Kaiserslautern zuletzt. Im Vergleich zum glücklichen Punkt wünscht sich der Coach eine „bessere Positionierung“.

Beck-Pendant Kutschke ist FCI-Topscorer

Dass sein Team zuletzt „mental stärker“ war und nach einem Rückstand zurückkam, stimmt ihn positiv. „Wichtig ist, dass wir wieder 90 Minuten stabil sind.“ Und vor allem auch, dass der FCM Stefan Kutschke in den Griff bekommt. Das Beck-Pendant bei den Schanzern – der ebenfalls 32-Jährige bringt mit 1,94 Meter viel Robustheit und Kopfballstärke mit, war mit vier Toren und zwei Vorlagen aber bislang deutlich erfolgreicher als Beck – wird immer wieder mit langen Bällen gesucht, die er festmacht oder weiterleitet. Da muss laut Hoßmang die „Tiefensicherung“ stimmen. Und: „Wir sollten im Mittelfeld präsent sein und die zweiten Bälle auffangen.“

Der FCM-Trainer betont, dass aus dem großen Kader jeder seine Aufgabe kenne. Sicher auch Jürgen Gjasula und Sören Bertram, die nach einer vollen Trainingswoche genauso wieder Optionen sind wie eben Christian Beck.

Torflaute soll beendet werden

Sollte der Trainer nicht so sehr auf Schnelligkeit bauen, sondern auf körperliche Robustheit, ist Beck auch wieder eine Option für die Startelf. „Dann will ich da sein“, fordert er von sich selbst das Ende seiner bisherigen Torflaute. Er hinterfrage sich ob seiner null Treffer bislang schon, „ich gebe aber weiter Vollgas“, sagt Beck. „Irgendwann werde ich mich dann auch belohnen.“.Vielleicht mit dem Siegtreffer in Ingolstadt? „Da hätte ich nichts dagegen“, sagt er und lacht.

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