Magdeburg l Das Heimspiel am Freitagabend gegen Würzburg war für die Fans des 1. FC Magdeburg etwas ganz Besonderes. Nach den wegen Statikproblemen notwendig gewordenen Umbauarbeiten und dem rund sechsmonatigen „Umzug“ auf die Südtribüne konnten sie erstmals wieder auf der Nordtribüne stehen.

Und die Rückkehr der Fans auf ihre angestammten Plätze schien auch die Spieler des FCM beim 3:0 gegen Würzburg angespornt zu haben. Bereits in der zweiten Minute hatte Brian Koglin eine Kopfballchance nach einer Ecke von Sören Bertram.

Der Club störte den Gegner früh, im 4-2-3-1-System gab Rico Preißinger wie erwartet den Spielmacher hinter der einzigen Spitze Christian Beck. Auf den Außenpositionen wechselten Sören Bertram und Sirlord Conteh häufig die Seiten.

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Kapitän Beck köpft den FCM in Führung

Beck war es dann, der in der achten Minute die Riesenchance zur Führung hatte – allerdings nur die Latte traf. Doch die Gastgeber machten weiter Druck: Sören Bertram (9.), Rico Preißinger (14.), Björn Rother (26.) und Dominik Ernst (28.)vergaben gute Gelegenheiten.

Das Team von Trainer Stefan Krämer war deutlich griffiger und angriffslustiger als noch vor einer Woche beim 1:1 in Kaiserslautern. Wie schon im Heimspiel gegen Duisburg (1:1) verpasste der FCM allerdings wieder einmal einen frühen Führungstreffer.

Was dem Club entgegenkam: Die Gäste spielten mit, zogen sich nicht nur in die Defensive zurück. Würzburg hatte sogar mehr Ballbesitz (61 Prozent), war aber vorwiegend durch Standards gefährlich. Nach einer halben Stunden hatte Würzburg bereits ein halbes Dutzend Ecken auf dem Konto – FCM-Torhüter Morten Behrens machte aber ein gutes Spiel und zeichnete sich mehrfach aus.

In der 40. Minute belohnte sich der FCM dann doch für den enormen Aufwand: Auf der rechten Seite legte sich Dominik Ernst, der ein gutes Spiel machte, den Ball zurecht und flankte punktgenau auf Christian Beck. Und der Kapitän ließ sich die Chance diesmal nicht entgehen, köpfte sein Team in Führung.

Nach dem Seitenwechsel überließ der FCM dem Gegner zunächst den Ball. Björn Rother, eigentlich im defensiven Mittelfeld aufgestellt, verstärkte hin und wieder die Viererkette.

Kontertaktik geht nach einer Stunde auf

Aus der sicheren Defensive heraus setzte die Krämer-Truppe auf Konter. Diese Taktik war eigentlich wie gemacht für den schnellen Sirlord Conteh, der aber nach knapp einer Stunde verpasste (58.). Kurz darauf spielte der FCM einen weiteren Konter über Bertram und Beck nicht sauber aus (59.).

Ein zweites Magdeburger Tor lag in der Luft – und es fiel auch: Im Zweikampf zwischen Rico Preißinger und Sebastian Schuppan sprang der Ball dem Würzburger im Strafraum unglücklich an die Hand. Schiedsrichter Asmir Osmanagic zeigte sofort auf den Punkt und Sören Bertram verwandelte den Elfmeter zum 2:0 (61.).

Diese klare Führung war für den FCM ein Befreiungsschlag und die gefühlte Vorentscheidung. Der Ball lief jetzt gut durch die eigenen Reihen, die Spieler trauten sich auch wieder etwas mehr zu. Verdient war deshalb auch der dritte Treffer durch den eingewechselten Tarek Chahed, der vom ebenfalls eingewechselten Charles Elie Laprévotte bedient wurde (79.).

Der Kapitän war nach dem Heimsieg glücklich: „Wir haben in den vergangenen Wochen viel Kritik über die Presse zu hören bekommen. Jetzt ist für diese Woche erst einmal Ruhe“, sagte Beck.

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