Düsseldorf l Die Suche nach einem einigermaßen zufriedenen Gesicht war am Freitagabend in Düsseldorf keine einfache Aufgabe. Die meisten Spieler des 1. FC Magdeburg stampften schließlich mit gesenktem Kopf in die Kabine.

Behrens mit Ruhe und Technik

Aber einen Spieler gab es dann doch, der das 0:0 gegen Uerdingen als erfolgreichen Arbeitstag verbuchen konnte: Morten Behrens. Der Torhüter rückte Mitte September für den eigentlichen Stammkeeper Alexander Brunst in die Mannschaft, weil Brunst der Blinddarm entfernt wurde.

Seitdem stand Behrens viermal im Tor, kassierte nur zwei Gegentreffer und konnte gegen Uerdingen erstmals auch durch einige Paraden glänzen. „Wenn man zu null spielt, ist man immer zufrieden“, sagt der gebürtige Bad Segeberger (Schleswig-Holstein) kurz und knapp.

Diese trockene, typisch norddeutsche Art zeichnet Behrens auch auf dem Rasen aus. Den 22-Jährigen bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Folgerichtig sind ihm in seinen bisherigen Partien auch keine größeren Fehler unterlaufen.

Bleibt Behrens im Tor?

Dass Behrens stark am Fuß ist, kommt ihm und seinen Mannschaftskollegen zusätzlich zugute. Immer wieder suchen ihn die Abwehrspieler, binden ihn in den Spielaufbau mit ein. „Das kenne ich aus meiner Zeit beim Hamburger SV. Dort war es ganz normal, am Spiel aktiv teilzunehmen. Das versuchen ich jetzt auch hier mit einzubringen“, sagt er.

Bereits nach seinem Pflichtspieldebüt für den FCM im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg (0:1 nach Verlängerung) betonte er, dass er alles daransetzen wird, sich im Training für weitere Einsätze zu empfehlen.

Krämer von Behrens überzeugt

Und die Chance, die Behrens jetzt wegen des Ausfalls von Brunst früher als gedacht erhielt, nutzte er bisher auf beeindruckende Art und Weise. FCM-Trainer Stefan Krämer freut sich über die guten Leistungen seines Keepers: „Ich habe mir überhaupt keine Sorgen gemacht, als klar war, dass Morten für Alexander spielen wird. Er ist cool, zieht sein Ding einfach durch.“

Klar ist: Behrens ist auf den Geschmack gekommen, würde den Platz im Tor nur ungern wieder räumen. Anfang November wird Alexander Brunst vermutlich wieder einsatzfähig sein und sich natürlich auf seinen Stammplatz berufen.

Ob Brunst dann aber auch wirklich wieder ins FCM-Tor zurückkehren wird, ist äußerst fraglich. Behrens untermauerte seine Ambitionen auf einen Stammplatz schließlich mit guten Leistungen – eine Rückkehr auf die Bank wäre deshalb schwer zu erklären und nicht unproblematisch.

Außerdem kommt ihm wie erwähnt seine fußballerische Stärke zugute – die er seinem Konkurrenten Brunst voraushat.

Keine Angst vor Kritik

Und trotz seines jungen Alters scheut Behrens sich nicht, Kritik zu äußern. „Ich finde, dass wir gegen Uerdingen auch defensiv nicht so gut waren. Wir haben uns Fehlpässe erlaubt, die wir sonst nicht machen. Es gab auch Abstimmungsprobleme“, sagte er, ergänzte dann aber auch: „Letztendlich haben wir es in den Griff bekommen, kein Gegentor zugelassen. Das spricht auch für uns.“

Und das spricht für Torhüter Morten Behrens, der sein zweites Spiel in Folge ohne Gegentreffer feierte.

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