Magdeburg l Nach der morgendlichen Einheit gestern lehnte Marius Bülter am Geländer, das den Trainingsplatz umrandet. Seine Schuhe hatte er sich vorn in seine Hose gesteckt. Das Gespräch mit Teamkollegen des FCM suchte er nicht. Dafür ging Trainer Stefan Krämer auf den 26-Jährigen zu – wieder einmal. Schon am Montag hatte der Coach seinen Schützling ja zur Seite genommen, um kurz unter vier Augen zu sprechen. Nun also wieder. Und erneut spielte auch das Thema Wechselabsichten eine Rolle.

Bülter hat nach einer starken Zweitliga-Saison beim FCM das Interesse von anderen Mannschaften geweckt. Unter anderem auch von Bundesligisten. Der Vereinsführung liegen entsprechende Angebote vor, auch Bülter selbst hat um seine Freigabe gebeten. Doch FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik vertritt eine klare Linie, die er bereits des Öfteren deutlich kommuniziert hat: „Eine Ablösesumme von einer Million Euro ist fällig, um den Vertrag aufzulösen.“ Bülter hat sich nämlich bis 2020 an den FCM gebunden – mit einer Option für ein weiteres Jahr.

„Das ist keine einfache Situation für mich“, sagte Bülter, als er gestern den Trainingsplatz verließ. „Ich hoffe einfach, dass sich die Vereine schnell einigen.“ Es liege ein konkretes Angebot vor, „von welchem Club genau, will ich nicht sagen. Aber es werden weiterhin Gespräche geführt.“

Bülter ist kurz angebunden, dennoch freundlich. Vor allem aber merkt man, dass ihn das Thema beschäftigt. Auch deshalb gab Krämer ihm wohl den Rat, „sich nicht verrückt machen zu lassen“.

FCM will Bülter nicht ziehen lassen

Beide – die Vereinsverantwortlichen und der Trainer – betonen, dass sie die Wünsche und Ambitionen des Spielers verstehen können. „Jeder will Bundesliga spielen, das ist doch klar“, meinte Krämer, „und wenn sich für Marius etwas anderes ergibt, dann ist das eben so.“ Auch Kallnik „kann den Gedankengang des Spielers nachvollziehen“.

Nur: Ziehen lassen, wollen sie ihn deshalb noch lange nicht. „Es geht weniger um das Geld, als um die sportliche Perspektive“, stellte der Geschäftsführer schon in früheren Gesprächen klar. Der FCM stehe finanziell gut da, „wir haben es überhaupt nicht nötig, des Geldes wegen einen Spieler abzugeben“. Bülter nehme in den Planungen des Clubs eine große Rolle ein. Etwas, worauf der Spieler sicherlich stolz ist.

Allerdings haben sich die Perspektiven für ihn mittlerweile einfach verändert. Kam er vor seinem Wechsel zum FCM im vergangenen Jahr noch als unbeschriebenes Blatt vom Regionalligisten Rödinghausen nach Magdeburg, so hat er in 32 Zweitliga-Spielen ordentlich Werbung für sich gemacht. Vier Tore und vier Vorlagen stehen zudem auf seinem Konto. Bülter will jetzt keine Zeit mehr verlieren, sondern mindestens wieder in der 2. Bundesliga auflaufen.

Bis zum 2. September ist das Transferfenster noch offen – Zeit genug also, um einen Wechsel durchzuführen. Wenn denn ein Verein bereit ist, die geforderte Summe zu zahlen. Das war bisher nämlich nicht der Fall.

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