Magdeburg l Mit seinem neuen Accessoire hat sich Christian Beck bereits angefreundet. Auf dem Weg zum Individualtraining mit Fitnesscoach Dirk Keller trägt er in seiner rechten Hand eine schwarze Maske, zieht sie kurz danach über den Kopf. Sie wurde in der vergangenen Woche in Berlin extra angefertigt. „Ich habe einen Gipsabdruck machen lassen. Außerdem wurde das Gesicht genau vermessen“, sagt Beck. Die Maske soll ihn schützen – und ihm möglichst schnell zur Rückkehr in die Mannschaft verhelfen. Der Kapitän ist heiß auf sein Come-Beck.

Enorme Anteilnahme der FCM-Anhänger

Nach einem Kopfballduell mit dem MSV-Spieler Enis Haj- ri zog sich Beck bei der 0:1-Niederlage in letzter Minute am 1. März in Duisburg eine Gehirnerschütterung sowie einen Jochbein- und Augenhöhlenbruch zu. Es folgte eine Operation im Krankenhaus in Essen – und eine enorme Anteilenahme der Fans und Begleiter des 1. FC Magdeburg. Die Erinnerungen an den Zusammenprall sind bei Beck seitdem noch immer nicht zurückgekommen. „Ich habe mir die Szene aber noch mal angeschaut, wollte sehen, wie es passiert ist“, verrät Beck. „Es war interessant, zu sehen, dass ich aufgestanden bin, einen Eisbeutel an das Auge gehalten habe. Diese Erinnerungen sind komplett weg.“

Glücklicherweise erholte sich der Kapitän schneller als zunächst befürchtet von seiner Verletzung. „Es geht mir jetzt deutlich besser“, versichert Beck. Die Sorge um sein linkes Auge wurde ihm schnell genommen. „Im Essener Krankenhaus wurde ich sehr gut betreut. Wir haben viele Tests gemacht. Dort wurde schnell festgestellt, dass das Auge bald wieder komplett in Ordnung ist. Ich bin sehr froh, dass nichts zurückbleibt“, sagt der 31-Jährige. Auch eine Kontrolle kürzlich beim Augenarzt bestätigte den guten Heilungsverlauf.

Heidenheim-Spiel kommt für Torjäger noch zu f

Nur eine Einblutung im linken Auge und eine bläulich verfärbter Bereich darunter zeugen momentan noch von der schweren Verletzung. Am liebsten würde Beck bereits morgen (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen Heidenheim wieder auf den Rasen zurückkehren. „Ich hätte es gerne schon am Freitag versucht. Das kommt aber definitiv noch zu früh. Ich kann erst dann wieder voll angreifen, wenn ich die Freigabe vom Arzt bekomme“, erklärt er.

Mit der medizinischen Abteilung des FCM steht er täglich im Austausch. Am kommenden Montag wird darüber beraten, ob Beck die ersehnte Freigabe bekommt und damit wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen kann. „Ich würde natürlich gerne der Mannschaft helfen, muss aber vernünftig sein. Wir werden sehen, ob es in der kommenden Woche schon geht“, sagt Beck.

Eventuell könnte er dann auch im Testspiel am kommenden Mittwoch (17 Uhr) gegen den Oberligisten FSV Luckenwalde Spielpraxis vor der Zweitliga-Auswärtspartie am 8. April beim Hamburger SV sammeln. „In der kommenden Woche wissen wir, ob es für das Hamburg-Spiel reicht. Die Länderspielpause kam mir jetzt aber schon mal entgegen. Dadurch fehlen mir nicht noch mehr Spiele“, betont Beck.

Kapitän feuert Kollegen in der Kabine an

Beim 0:1 gegen Sandhausen und beim 1:1 in Dresden musste der Kapitän zuschauen. Vor dem Sandhausen-Spiel war der Kapitän noch in der Kabine, sprach mit seinen Kollegen, feuerte sie an. So wird es auch morgen gegen Heidenheim wieder sein, wenn der Kapitän vielleicht ein letztes Mal draußen bleiben muss.

Beck ist davon überzeugt, dass er nach seiner Rückkehr ohne große Angst in die Zweikämpfe und Kopfbälle gehen kann. „Ich hatte die Maske schon ein paarmal auf. Kopfbälle darf ich zwar noch nicht machen. Sie sitzt aber gut, schützt den verletzten Bereich. Auch das Sichtfenster ist groß genug, damit nichts stört“, versichert er. Und: „Ich werde mich nach meinem Comeback bestimmt schnell wieder in die Zweikämpfe und Luftduelle gehen. Davon lebe ich, das ist mein Spiel.“

Beck will voll motiviert zurückkehren. Denn: „Es ist nicht schön, nur zuzuschauen. Ich hoffe, dass ich so etwas nicht noch mal erleben muss.“

Mehr zum FCM: www.volksstimme.de/fcm-blog