Magdeburg l Dominik Ernst ist ein Bauchmensch. Er lässt sich gerne mal von seinen Emotionen leiten. Und so überrascht es auch nicht, dass der 28-Jährige nicht lange überlegte, als er vom Interesse des 1. FC Magdeburg erfuhr. „In eineinhalb Tagen war alles geklärt. Der FCM ist ein spannender Verein mit tollen Fans“, betont er. „Ich bin mir sicher, dass hier meine Mentalität und meine Spielweise geschätzt werden.“

Und diese Spielweise zeichnet sich vor allem durch eins aus: pure Leidenschaft. Auf der rechten Seite läuft Ernst unermüdlich, grätscht und kämpft. Und er lässt die Fans an seinen Emotionen teilhaben, feuert das Publikum an oder leidet ganz offen nach einem sportlichen Rückschlag. Ernst ist ein wahres Mentalitätsmonster. „Ich weiß, was hier gefordert wird – und glaube, dass ich das ganz gut verkörpere“, sagt er. „Ich bin kein Spieler, der Zauberstücke versucht, sondern einfach spielt.“

Spitzname seit der Kindheit

Am liebsten würde er das bereits am Sonnabend (17.45 Uhr) zum Drittligaauftakt gegen Eintracht Braunschweig zeigen. Der Konkurrenzkampf ist aber hart. Auf der rechten Seite kämpft er mit Marcel Costly und auch Tarek Chahed um einen Platz. „Die Vorbereitung war anstrengend, aber ich hoffe natürlich, dass ich zu den Spielern gehöre, die sich festgespielt haben“, sagt Ernst.

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Der gebürtige Gelsenkirchener redet nicht lange drumherum, mag es, direkt seine Meinung zu sagen. Seinen Vornamen Dominik bekommt er übrigens nur noch selten zu hören, wie er erzählt. Bereits seit der Kindheit nennen ihn alle nämlich nur noch Dodo. „Ich habe dann im Laufe der Zeit sogar darauf bestanden, Dodo genannt zu werden“, sagt er und fügt mit einem Lachen an: „Wenn meine Mutter mich mit Dominik anspricht, weiß ich, dass es ernst wird.“

Mit seiner Art, Fußball mit Emotionen und Arbeit zu verbinden, kommt Ernst eigentlich der Mentalität von Ex-FCM-Spieler Dennis Erdmann nahe. Mit dem spielte er sogar schon mal gemeinsam in einem Team, als beide in der Saison 2012/13 das Trikot des FC Schalke 04 II trugen. Trotz einiger Gemeinsamkeiten auf dem Rasen hatte Ernst mit ihm sonst aber nicht so viel am Hut. „Dennis Erdmann ist eine Person für sich. Zu ihm hatte ich keinen richtigen Draht. Mit Philip Türpitz, der auch bei Schalke II war, habe ich mich gut verstanden. Wir waren auch neben dem Rasen unterwegs, er ist ein guter Junge.“

Beim FCM will es sich Dominik Ernst noch mal selbst beweisen. Nach der vergangenen Saison, in der er mit seinem Ex-Verein Fortuna Köln in die Regionalliga abstieg, brennt er auf Wiedergutmachung. „Die zwei Jahre in Köln haben mich trotz des Abstiegs weitergebracht. Jetzt will ich mit dem FCM aber zeigen, dass noch viel mehr in mir steckt“, sagt er.

Krämer sieht noch Potenzial

FCM-Trainer Stefan Krämer ist an sich mit den Leistungnen von Ernst bisher zufrieden: „Er bringt vollen Einsatz mit, ist sehr professionell und haut sich immer für die Mannschaft rein.“ Der Coach sieht allerdings auch noch Verbesserungspotenzial. „Dominik muss in der Vorwärtsbewegung, bei seinen Offensivaktionen, noch etwas zulegen“, sagt er.

 

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