Unterhaching l Viele Worte waren es nicht, doch anscheinend die richtigen, die FCM-Coach Thomas Hoßmang seinem Spieler Leon Bell Bell mit auf den Weg gab. „Er hat mir das Gefühl gegeben, dass wir das Spiel noch gewinnen können“, sagte Bell Bell, der im Drittliga-Kellerduell des 1. FC Magdeburg beim MSV Duisburg beim Stand von 1:1 eingewechselt wurde (65.) und gut zehn Minuten später den 2:1-Siegtreffer erzielte. Womit der FCM den zweiten Sieg in Folge holte und nach Abschluss aller Hinrunden-Spiele auf einem Nichtabstiegsplatz steht.

„Es sieht jetzt besser für uns aus, doch gewonnen ist noch nichts“, verdeutlichte Abwehrmann Dominik Ernst jedoch die Situation vor dem dritten Auswärtsspiel in Folge morgen um 14 Uhr beim Halleschen FC. „Wir müssen genauso weitermachen. In Duisburg war das von allen überragend“, freute sich Ernst.

Erstes Profitor für Bell Bell

Einen Helden des Tages gab es trotzdem: Leon Bell Bell, der seinen ersten Profitreffer überhaupt erzielte. Spielte er in der Vorsaison noch zumeist als Linksverteidiger, hatte ihm Hoßmang in Duisburg bewusst eine offensivere Rolle zugeteilt. „Der Trainer hat mir gesagt, ich soll Gas geben. Die Räume hinten waren auf“, so der 24-Jährige, der diese nutzte und zum Tor sagte: „Für mich persönlich ist das nach so einer langen Verletzungsphase ein ganz besonderes Tor.“ Denn der Deutsch-Kameruner war mit Rücken- und Knieproblemen gut vier Monate außer Gefecht gesetzt, absolvierte erst sein viertes Saisonspiel: „Umso glücklicher bin ich, dass ich der Mannschaft helfen konnte.“

Doch der Weg zu den drei Punkten war kein leichter. Nachdem der FCM seine Überlegenheit zu Beginn nicht in Tore ummünzte, gingen die „Zebras“ durch Ahmet Engin in Führung (22.). Dann folgte ein Bruch im Spiel. „Wir haben die Verantwortung abgegeben und uns nicht mehr so an den Plan gehalten“, haderte Hoßmang. „Da hatten wir schon unsere Sorgen. Doch wir haben das klar angesprochen und sind mit zwei schön herausgespielten Toren zurückgekommen.“

Und große Anteile daran hatten nicht nur die starken Neuzugänge – Nico Granatowski erzielte das 1:1 (55.) und Saliou Sané bereitete das 2:1 vor (75.) – auch Ernst war ein großer Antreiber auf dem Weg nach vorn. Beim Ausgleich hatte er entscheidend den Ball gewonnen und das Tor dann auch vorbereitet. Und auch den Siegtreffer leitete er mit einem Angriff über die rechte Seite ein.

Ernst wieder ein wichtiges Puzzleteil

Dem 30-Jährigen wird der Sieg besonders in Erinnerung bleiben, hatte er sich doch im März in Duisburg einen Außenknöchelbruch und Innenbandriss zugezogen. „Ich habe versucht, das weitestgehend auszublenden. Mit dem ersten gewonnenen Zweikampf war das dann abgehakt“, sagte der Rechtsverteidiger, der auch wieder offensiv ein sehr wichtiges Puzzleteil für den FCM ist. „Dass es für mich wieder besser läuft, war nur eine Frage der Zeit“, sagte er, ohne dabei arrogant zu klingen. Aber bis in den Dezember habe er eben noch „Wehwehchen“ von seiner schweren Verletzung aus Duisburg mitgeschleppt.

Jetzt ist er topfit und freut sich, dass der FCM zuletzt ein ganz neues Gesicht zeigte. Statt Ideen- und Harmlosigkeit ein klarer Weg nach vorn. „Wir spielen variabler, haben mehr Ballkontrolle, bewegen uns besser und jeder ist auf dem Platz. Wenn wir so spielen, kommt die Qualität jedes einzelnen Spielers zur Geltung.“ Klappt das morgen auch in Halle wieder, winkt sogar der dritte Auswärtssieg in Folge.

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