Magdeburg l Nach dem 0:1 im Test in Cottbus war FCM-Trainer Michael Oenning bedient. „Wir hätten das Spiel nicht verlieren müssen. Die Mannschaft war aber auch müde“, sagte er. Im vorletzten Testspiel vor dem Rückrundenstart in die 2. Bundesliga am 29. Januar zu Hause gegen Erzgebirge Aue ließ Oenning gleich mehrere Systeme spielen.

Die Volksstimme gibt einen Überblick, welche Grundordnung sich momentan anbietet und welche Spieler im Kampf um die Stammplätze die Nase vorn haben:

System: In Cottbus startete Oenning in einer 4-3-3-Grundordnung, später wechselte er auf das vor der Winterpause gewohnte 3-5-2. „Es war zu sehen, dass wir uns im 3-5-2 etwas wohler gefühlt haben“, sagt Oenning zwar. Aber: „Wichtig ist, dass wir in einem Spiel reagieren und schnell auch mal umstellen können.“ Tendenziell bietet sich als Stammformation gerade wegen der Verpflichtung des linken Außenstürmers Steven Lewerenz das 4-3-3 an.

Tor: Im Tor ist Alexander Brunst nach den klaren Aussagen von Geschäftsführer Mario Kallnik und Sportchef Maik Franz momentan gesetzt. Durch die Verpflichtung des international erfahrenen Giorgi Loria wird es aber dann spannend, wenn Brunst Unsicherheiten zeigen sollte. „Giorgi wird der Mannschaft guttun“, orakelt Oenning. Mario Seidel bleibt wie zuvor die Nummer drei, Tim Kips geht wieder zu den A-Junioren.

Abwehr: Marius Bülter lief in Cottbus als Rechtsverteidiger auf und ist gesetzt. Hinter ihm lauern je nach System Marcel Costly und Nils Butzen. Michel Niemeyer war Bülters Pendant auf der linken Seite und liefert sich im Kampf um einen Stammplatz ein Duell mit Timo Perthel. Für den Winter-Neuzugang spricht seine Stärke bei Flanken und Standards.

In der Innenverteidigung führt kein Weg am sehr konstanten Tobias Müller vorbei. Neben ihm gibt es dagegen ein enges Rennen zwischen Romain Brégerie und Dennis Erdmann. Der Franzose spielte in Cottbus von Beginn an. Momentan ist Brégerie in einer Viererkette gesetzt, in einer Dreierkette könnten alle drei spielen. Steffen Schäfer muss sich dagegen gedulden. Christopher Handke soll gehen.

Mittelfeld: Hier hat sich in der Wintervorbereitung ein Dreieck etabliert. Neuzugang Jan Kirchhoff ist als Sechser der Taktgeber, er bestimmt den Rhythmus. „Jan kann sich als Glücksgriff erweisen, wenn er es schafft, stabil zu werden“, betont Oenning.

Auf der Doppelposition vor ihm sind Rico Preißinger und Charles Elie Laprevotte gesetzt. Björn Rother hat unter Oenning an Boden verloren und muss sich zunächst hinten anstellen. Nico Hammann ist als Backup für Kirchhoff eingeplant, da er diese Position in Spanien ein paarmal gespielt hat. Aleksandar Ignjovski und Richard Weil fehlen verletzungsbedingt.

Sturm: Ob 3-5-2, 4-1-4-1 oder 4-3-3 – Kapitän Christian Beck ist gesetzt. Im Doppelsturm neben ihm hat vor der Winterpause Felix Lohkemper gespielt. Sollte Oenning auf ein 4-3-3 setzen, würden sich die Positionen verschieben. Links neben Beck können dann Felix Lohkemper oder Steven Lewerenz auflaufen.

Momentan spricht viel für Lohkemper, da Lewerenz auch noch etwas Nachholbedarf hat. Aber auch Manfred Osei Kwadwo, unter Ex-Trainer Jens Härtel völlig außen vor, hat im Trainingslager wieder auf sich aufmerksam gemacht.

Auf der rechten Seite führt gerade kein Weg an Philip Türpitz vorbei. Sein Vorteil: Er ist flexibel, kann auch als zweite Sturmspitze oder als Zehner auflaufen. Schwer wird es für Tarek Chahed, der noch keine Zweitligaminute auf dem Konto hat.

Fazit: Der FCM ist qualitativ breiter aufgestellt. Die vier Neuzugänge bringen Erfahrung in den Kader. Taktisch ist die Mannschaft unter Trainer Michael Oenning flexibel. Klar ist aber auch: Der Club muss bei allen positiven Ansätzen endlich Siege einfahren.

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