Magdeburg l Stefan Krämer war sich unschlüssig. Für das Ostderby heute gegen Hansa Rostock hat der Trainer des 1. FC Magdeburg einige Ideen im Kopf, wie er den Gegner knacken kann. In die Karten schauen lassen wollte sich Krämer aber nicht.

Deshalb ließ der Coach gestern Vormittag auch noch mal unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren. Verschiedene Grundordnungen und die Verbesserung des Offensivspiels standen auf dem Plan.

Abschied von den schnellen Außen?

Es gibt aber einige Anzeichen dafür, dass Krämer das eigene Spiel am Sonnabend deutlich mehr in die Zentrale verlagern wird – und sich somit zumindest gegen Rostock von den schnellen Außen verabschiedet.

Die taktische Änderung würde durchaus Sinn ergeben, fehlt mit Rechtsverteidiger Dominik Ernst doch der stärkste Vorlagengeber gelbgesperrt. Auch sein Pendent auf der linken Seite, Timo Perthel, ist angeschlagen. Außerdem hat Sirlord Conteh auf der rechten Offensivseite Anlaufschwierigkeiten – und Sören Bertram fühlt sich offenkundig in der Doppelspitze neben Christian Beck wohler als auf der linken Seite.

Gjasula als Taktgeber

Da Jürgen Gjasula nach seinem Mittelhandbruch heute sein Startelf-Comeback geben wird, könnte Krämer deshalb auf ein massives zentrales Mittelfeld setzen. Gjasula kann aus dem defensiven Mittelfeld heraus den Takt angeben, den Rhythmus bestimmen, öffnende und entscheidende Pässe spielen. „Ich habe mein Leben lang im Mittelfeld gespielt, dass ich mich dort wohlfühle, ist keine Geheimnis“, sagt Gjasula, der beim Club zu Saisonbeginn in der Innenverteidigung aushelfen musste.

Mit Thore Jacobsen und Björn Rother hätte Gjasula zudem zwei Spieler neben sich, die wichtige Kriterien erfüllen: Jacobsen ist enorm ballsicher und könnte dringend benötigte Stabilität ins Mittelfeld bringen. Krämer war nicht glücklich darüber, dass Jacobsen zuletzt gegen Uerdingen auf die Linksverteidiger-Position ausweichen musste, weil Timo Perthel ausfiel. Jacobsens Passsicherheit fehlte im Mittelfeld.

Rother soll den Wachmacher geben

Rother wiederum bringt ein kämpferisches Element ins Team und soll in kritischen Phasen den Wachmacher geben. Der 23-Jährige will genau das, sieht sich selbst als Führungsspieler. Und: „Ich denke, dass ich es in den vergangenen Partien nicht so schlecht gemacht habe.“

Als Offensivmotor könnte Rico Preißinger fungieren, der als Zehner hinter den Spitzen oder etwas defensiver unbestritten großes Potenzial hat, in dieser Saison allerdings noch zu unkonstant ist. Die Stärkung der Positionen hinter ihm könnten Preißinger aber genauso zugute kommen wie der möglichen Top-Doppelspitze Christian Beck und Sören Bertram.

Krämer denkt an Mittelfeldraute

Krämer kann sich eine verstärkte Zentrale gut vorstellen, bringt die Mittelfeldraute ins Spiel. Kein Wunder: In diesem System gewann der FCM 5:1 gegen 1860 München. „Wir haben viele Möglichkeiten, eine Raute ist eine Option. Wichtig ist, dass wir variabel bleiben, um auch während des Spiels zu reagieren.“

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