Magdeburg l Bei Claus-Dieter Wollitz steht das Telefon in den Tagen der Corona-Krise kaum still. Der Trainer des 1. FC Magdeburg tauscht sich regelmäßig mit Sportchef Maik Franz aus, ruft außerdem häufig bei seinen Spielern durch. „Es ist in dieser Zeit besonders wichtig, den Kontakt zu halten, nach dem Wohlbefinden zu fragen“, betont er.

Zahlreiche Spiele von Mitte Mai bis Ende Juni

Schließlich weiß niemand, wann und ob es in der 3. Liga in dieser Saison noch mal weitergeht. Bis zum 19. April gilt wegen der Corona-Krise noch das Kontaktverbot. In den kommenden Tagen entscheiden die Behörden, ob es verlängert wird. Sollte es zu Lockerungen kommen, könnte auch der FCM den Trainingsbetrieb in Kleingruppen wieder aufnehmen. Wie viele Spieler gemeinsam auf den Rasen dürfen, ist aber noch offen. Der Deutsche -Fußball-Bund (DFB) plant unterdessen die Fortsetzung der Saison ab Mitte Mai. Bis Ende Juni sollen elf Drittliga-Spiele, ausstehende Landespokalpartien sowie die Aufstiegsrelegation über die Bühne gehen.

Es ist ein schmaler Grat. Der Termindruck wäre dann enorm und würde für die Spieler bisher nicht gekannte Belastungen mit sich bringen. „Wir müssten einen Weg finden, die Drittligaspiele im Mai und Juni alle zwei, drei Tage zu meistern. Das ist eine körperliche, aber auch eine mentale Herausforderung“, sagt Wollitz.

Franz sieht Terminplan kritisch

Auch FCM-Sportchef Maik Franz würde sich etwas mehr Flexibilität wünschen. Er sieht die Fülle von Spielen im Mai und Juni kritisch: „Das hat wenig mit einem klassischen Wettbewerb zutun, wenn elf bis 13 Partien in fünf bis sechs Wochen anstehen.“

Schließlich könnten bei Mannschaften die besten Spieler wegen einer Infizierung ausfallen oder ein Team wegen mehrerer Erkrankungen kaum noch spielfähig sein. „Die Belastungen wären enorm. Das Verletzungsrisiko wäre deshalb noch viel höher als sonst“, gibt Franz zu bedenken.

Wollitz hofft unterdessen darauf, rechtzeitig vor dem geplanten Restart auch wieder angemessen trainieren zu können, um eine gute Vorbereitung zu haben. „Kleingruppen mit zwei oder drei Spielern bringen nach der langen Pause momentan recht wenig – gerade auch, weil die Spieler Abstand halten müssen“, sagt er.

Training mit sechs oder sieben Spielern

Anders sei die Situation, wenn nach möglichen Lockerungen durch die Behörden sechs, sieben Spieler gemeinsam etwas enger auf dem Rasen stehen dürften. „Dann könnten wir taktisch schon etwas bewegen, könnten Defensiv- oder Offensivabläufe gezielt angehen“, betont Wollitz.

Auch infrastrukturell wird der FCM vor Herausforderungen gestellt. Schließlich sollen sich die Spieler wie in der Bundesliga in getrennten Kabinen umziehen. Der Club hat allerdings neben der eigenen Kabine in der MDCC-Arena nur noch die Gästekabine als Ausweichoption. Es muss improvisiert werden. Wollitz nimmt diese Hürde pragmatisch: „Es steht doch jetzt bereits fest, dass das Jahr 2020 in die Geschichte eingehen wird, weil alles anders läuft als gewohnt. Deshalb müssen wir uns auf diese außergewöhnliche Situation einstellen.“

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