Dresden l Coach Thomas Hoßmang stand noch lange nach Abpfiff mit seinem Trainerteam am Spielfeld-Mittelpunkt und analysierte die 0:1 (0:0)-Niederlage des 1. FC Magdeburg. Letztlich sollten sie zu dem Schluss gekommen sein, dass der Tabellenletzte der 3. Liga im Ostderby bei der SG Dynamo Dresden gar nicht so viel falsch gemacht hat. Im Gegenteil: Defensiv war es im Vergleich zum 0:2 gegen Köln zuvor sogar eine Leistungssteigerung. Weil jedoch jeglicher Zug nach vorn fehlte, stehen die Blau-Weißen erneut ohne Punkte da.

„Wir sind alle enttäuscht“, fiel das Fazit eines bedröppelten FCM-Trainers aus. „Was wir gegen den Ball gemacht haben, war absolut in Ordnung. Wir haben lange Zeit ordentlich gestanden. Was aber mit dem Ball passiert, wie wir Bälle festgemacht haben, um Umschaltmomente zu kreieren, das ist nicht ausreichend. Wir waren nicht durchschlagskräftig genug.“

Kaum Torchancen des FCM

In der Tat waren die Chancen des FCM an einer Hand abzuzählen. Und selbst die wenigen Torannäherungen würden es aufgrund ihrer Harmlosigkeit wohl kaum in eine Spielzusammenfassung schaffen. Da war ein Schuss von Korbinian Burger, den SGD-Torhüter Kevin Broll problemlos parierte. Das galt auch für einen Kopfball von Kapitän Christian Beck (28.). In der zweiten Hälfte kam nicht eine nennenswerte Möglichkeit hinzu.

„Wir waren nicht in der Lage, gegen die Innenverteidiger die Bälle festzumachen“, lautete ein Erklärungsansatz vom FCM-Coach. Dazu haben den Gästen im „Elb-Clásico“ vor nur 999 Zuschauern – mehr waren aufgrund der aktuellen Infektionslage in der sächsischen Landeshauptstadt nicht erlaubt – einmal mehr die offensiven Ideen gefehlt. Die Bälle gingen im Vorwärtsgang so schnell verloren, dass Umschaltmomente gar nicht erst zustande kamen.

Müller und Bittroff in Defensive

Hoßmang blickt mit dem nächsten Heimspiel gegen Türkgücü München am Freitagabend um 19 Uhr im Hinterkopf schon wieder nach vorn: „Wir müssen unser Spiel weiter nach vorn anlegen, um kürzere Wege zum Tor zu haben. Das ist für uns jetzt eine große Aufgabe, aus einer guten Stabilität heraus auch Chancen zu kreieren.“

Dennoch gilt es, auch die dritte torlose Niederlage der aktuellen Saison zu analysieren. Denn auf die erste Hälfte lässt sich defensiv zwar aufbauen. Auch die Körpersprache war verbessert, wenngleich von einer Bissigkeit, die in einem Derby nötig ist, noch weit entfernt. Im zweiten Durchgang ließ aber auch die mit Rückkehrer Tobias Müller und Neuzugang Alexander Bittroff neu aufgestellte Abwehrreihe immer mehr Lücken zu.

SGD-Neuzugang Hosiner überzeugt

Steckte den Dresdnern in der ersten Hälfte wohl auch noch die vorige 0:3-Pleite bei der Bayern-Reserve in den Köpfen, war der einzige Vorwurf, den Dresden-Trainer Markus Kauczinski seinem Team nach dem Seitenwechsel machen konnte, die mangelnde Chancenverwertung.

Kein Aufbäumen nach Rückstand

Denn die Niederlage hätte aus Magdeburger Sicht noch deutlich höher ausfallen können. Allein SGD-Neuzugang Philipp Hosiner, der schon die größte Chance im ersten Durchgang ungenutzt ließ (30.), hatte auch nach der Pause zwei gute Möglichkeiten (51./58.). Aber der österreichische Angreifer scheiterte an sich selbst – oder an FCM-Schlussmann Morten Behrens, der wieder einmal bester Mann beim FCM war. Zwischen diesen beiden Chancen, sprich beim 1:0 der Dresdner, hatte aber auch die Magdeburger Nummer eins keine Chance, seinem Team den Allerwertesten zu retten.

Der Gegentreffer fiel nach einem Standard, was zuletzt schon oft ein Kritikpunkt des Trainers war. „Da haben wir die Zuordnung verloren“, fiel Hoßmangs kurze aber passende Erklärung der Szene aus. Einen Freistoß von der linken Seite köpfte Paul Will zunächst an die Latte, Yannick Stark nutzte aber den Abpraller und schloss platziert in die Ecke ab (55.).

FCM trifft auf Türkgücü

Ein Aufbäumen des Gastes kam allerdings viel zu spät, erst in der Nachspielzeit tauchte der FCM wieder im gegnerischen Strafraum auf. Wobei beim Abschluss von Raphael Obermair auch kein Dresdner ernsthaft Angst um die drei Punkte haben musste. „Wir haben hinten heraus mit Wechseln alles versucht, aber im Spiel viele verkehrte Maßnahmen getroffen“, gab Hoßmang an.

Für ihn gilt es nun, im Training die richtigen Maßnahmen zu treffen. Sonst wird es gegen den Aufsteiger Türkgücü München, der nach dem 0:0 gegen Wiesbaden weiterhin ungeschlagen ist, erneut sehr schwer. Und Hoßmang und sein Team müssten wohl am Freitag noch länger am Mittelkreis stehen und analysieren.

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