Magdeburg l Wenn Fans und Spieler des Drittligisten 1. FC Magdeburg an Auswärtsspiele in Duisburg zurückdenken, dürften ihnen wahrlich keine gute Erinnerungen in den Kopf schießen. Nicht nur die Gesamtbilanz gegen den MSV Duisburg ist bei sieben Spielen ohne Sieg (drei Remis, vier Niederlagen) denkbar schlecht, auch verletzte sich bei den vergangenen beiden Auswärtsspielen im Ruhrpott jeweils ein Spieler schwer.

Christian Beck zog sich beim Zweitliga-Duell im März 2019 (0:1) einen Jochbein- und Augenhöhlenbruch zu, Dominik Ernst beim erneuten 0:1 in der 3. Liga gut ein Jahr später einen Außenknöchelbruch sowie Innenbandriss. Der 30-Jährige war erst im Oktober wieder fit geworden. Geht es vor dem erneuten Duell beider Teams heute um 19 Uhr also auch darum, solche Erlebnisse aus den Köpfen der Spieler zu bekommen?

FCM-Coach Thomas Hoßmang blendet das eher aus und sagt, das habe „keine Rolle in der Vorbereitung“ gespielt. Viel mehr zieht er noch den Vergleich: „Wenn du mit dem Auto mal einen Unfall gebaut hast, musst du dich danach auch wieder ins Auto setzen.“

Doch ganz so gefühlskalt wollte der 54-Jährige das dann auch nicht stehen lassen. Hoßmang hat sich Ernst schon „noch einmal zur Seite genommen“. Auf etwaige Unkonzentriertheiten des Rechtsverteidigers kann er in der derzeitigen Lage verzichten, war Ernst beim 2:0-Sieg in Unterhaching zuletzt doch „sehr stabil“, wie Hoßmang ihn lobte. „Sollte er auflaufen, wird er klar fokussiert sein“, versichert er.

Kann der FCM eine Serie starten?

Und aus FCM-Sicht sollten das alle Spieler sein, steht doch mit dem Nachholspiel bei den „Zebras“ ein absolutes Kellerduell an. Die Duisburger (19.) empfangen den punktgleichen Rivalen aus der Elbestadt (18.). Das Motto der Partie: drei Punkte dringend nötig. Beide Teams wollen nachlegen. Denn auch Duisburg gewann am vergangenen Wochenende 1:0 gegen Meppen und will – wie der FCM – mit weiteren drei Punkten einen nächsten großen Schritt im Kampf um den Klassenerhalt machen. „Der Sieg in Unterhaching sollte uns Selbstvertrauen geben. Wir haben vor dem Duisburg-Spiel aber trotzdem noch einmal die Sinne geschärft“, sagt Hoßmang.

Der FCM-Coach hat zuletzt zwei überzeugende Partien seiner Mannschaft gesehen, wenn auch beim 1:2 gegen Saarbrücken das Ergebnis nicht passte. „Diese Art und Weise gilt es jetzt wieder auf den Platz zu bringen.“ Nur dann kann es auch gelingen, dass der FCM mal wieder zwei Siege in Folge einfährt. Was nicht nur in der aktuellen Spielzeit, sondern im ganzen Kalenderjahr 2020 nicht einmal geglückt ist.

Die Zuversicht, dass es jetzt wieder klappt und auch der erste Sieg gegen Duisburg überhaupt gelingt, schöpft der Trainer aus der guten Stimmung im Team. „Und die Jungs bringen das auch auf den Platz und unterstützen sich gegenseitig“, so Hoßmang. „Einen großen Anteil daran haben auch unsere Neuzugänge Saliou Sané und Nico Granatowski, die Dinge auf dem Platz klar besprechen und die anderen mit ihrer Art, Fußball zu spielen, mitziehen.“

Dass die beiden in der Start-elf stehen, liegt genauso nahe wie der Einsatz von Dominik Ernst. Immerhin will der gebürtige Ruhrgebietler wahrscheinlich wie kein zweiter Spieler dieses Mal mit einem positiven Erlebnis aus Duisburg zurückkehren.

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