Magdeburg l Eigentlich mag es Manfred Osei Kwadwo entspannt. Der Offensivspieler des 1. FC Magdeburg lacht gerne, ist immer für ein Späßchen zu haben und hat deshalb auch häufig mal einen Spruch für seine Mitspieler parat.

Doch in diesen Tagen ist das anders: Im Training war Kwadwos Lächeln zuletzt seltener zu sehen – er präsentiert sich fokussiert und entschlossen. Diese auffällig ernste Einstellung ist kein Zufall: „Wir haben uns als Mannschaft fest vorgenommen, bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Jeder hat den Anspruch an sich erhöht. Das gilt auch für mich.“

Kwadwos Vertrag läuft am Saisonende aus

Für den FCM und auch für Kwadwo geht in den restlichen vier Partien bis Weihnachten um einiges – schließlich läuft sein Vertrag am Saisonende aus. Und im Januar und Februar werden traditionell die richtungsweisenden Gespräche über die sportliche Zukunft der Spieler geführt. Momentan ist noch völlig offen, ob und wie es für ihn beim Club weitergeht. Kwadwo sieht die Ungewissheit pragmatisch: „Ich bin erst 24 Jahre alt und versuche, mich in möglichst vielen Spielen zu empfehlen. Dann wird es auf jeden Fall weitergehen – ob beim FCM oder woanders.“

Nach einem enttäuschenden ersten Jahr beim FCM, in dem er nach seinem Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern nur auf magere drei Zweitliga-Kurzeinsätze kam, sollte in dieser Saison eigentlich alles besser werden. Kwadwo hat bisher auch immerhin 13 Drittligapartien auf dem Konto. Allerdings stand er nur dreimal in der Startelf, kam im Schnitt 33 Minuten zum Einsatz.

In Lautern bereits im Sturmzentrum

Möglicherweise könnte er aber schon bald mehr Spielanteile bekommen. Beim 3:0 gegen Unterhaching überzeugte er nämlich nach seiner Einwechslung. Anders als sonst beim FCM spielte er aber nicht auf der linken Seite in der Offensive, sondern im Zentrum als hängende Spitze. Eine Position, die er aus der Vergangenheit kennt. „Ich habe in Kaiserslautern häufig als hängende Spitze gespielt“, verrät Kwadwo.

Und diese Rolle lag ihm auch in der Haching-Partie: Der gebürtige Ghanaer bestach durch Dribbelstärke, Schnelligkeit und Technik. In seinen 15 Minuten auf dem Rasen hatte er zwei große Chancen, bei einem vermeintlichen Tor stand er knapp im Abseits. „Manfred hat zuletzt richtig gut trainiert und mir auch gegen Unterhaching gefallen. Er ist in Aspach auf jeden Fall eine Option“, lobt deshalb auch FCM-Trainer Stefan Krämer.

Ein Jahr auf Leihbasis bei Großaspach

Am Sonnabend bei der SG Sonnenhof Großaspach winken ihm somit eventuell ein paar Minuten mehr. Für Kwadwo ist es eine besondere Partie, in der Saison 2016/17 spielte er dort ein Jahr auf Leihbasis. „Ich kam aus Lautern, sollte Spielpraxis sammeln. In Aspach hatte ich eine gute Zeit“, erinnert er sich. Die Zahlen belegen das: In 27 Drittligaspielen kam er auf drei Treffer und drei Vorlagen. Ein Tor schoss Kwadwo übrigens auch gegen den FCM – beim 3:1 des Clubs am 19. November 2016. „Daran erinnere ich mich gut“, sagt er und schmunzelt dann doch. „Das könnte ein gutes Omen für Sonnabend sein.“

Möglicherweise auch ein Omen für seine sportliche Zukunft beim FCM.

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