Magdeburg l Dirk Keller ist in seinem Element. Mit der Stoppuhr in der Hand feuert er die Spieler des 1. FC Magdeburg an. „Zieh an, gib alles“, schreit er Christian Beck hinterher. Der FCM-Kapitän sprintet an Keller vorbei und holt sich beim Zieleinlauf sogar ein Lob ab. „Im letzten Drittel hast Du noch mal zugelegt“, sagt Keller zu Beck.

Niemeyer mit der Bestzeit

Beim Sprint- und Laktattest mussten die FCM-Spieler am Dienstag zunächst mehrere 30-Meter-Sprints meistern. Zeiten um die vier Sekunden gelten als Durchschnitt, unter vier Sekunden als besonders gut. Beck blieb zwar knapp über vier Sekunden, war aber nicht überrascht. „Damit hatte ich gerechnet“, sagte er. Der Kapitän ist nicht als Sprinter bekannt. An die Top-Zeit von Michel Niemeyer, der die 30 Meter in 3,85 Sekunden zurücklegte, kam er nicht heran.

Beck hat andere Stärken, die er beim Laktattest ausspielte. Bei diesem Test werden mehrere Ausdauerläufe absolviert und die Belastung schrittweise erhöht. Der Test gibt Aufschluss, wie viel Laktat gebildet wird und wann der Muskel „übersäuert“. „Schön sind beide Läufe nicht. Aber beim Ausdauerlauf bin ich ganz gut“, sagte Beck und schmunzelte. Er ging in einer Fünfergruppe voran, ausgestattet mit einem Zettel, auf den er ständig blickte. „Der Trainer und sein Team haben Zeiten vorgegeben. Dem Zeitnehmer habe ich die Werte, die erreicht werden sollen, durchgesagt“, erklärte Beck.

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Neuzugänge mit Problemen

Probleme hatten beim Laktattest die Neuzugänge Timo Perthel, Jan Kirchhoff und Steven Lewerenz, die im letzten Rundenblock nur ausliefen.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Jens Härtel, der immer mit einem Laktattest in die Vorbereitung einstieg, hat FCM-Coach Michael Oenning den Termin erst nach dem Trainingslager angesetzt.

Fitnesstrainer Dirk Keller erklärte, dass den Spielern mehrmals Blut abgenommen worden ist – vor den Sprints und während des Laktattests. „Das machen wir, damit wir sehen, welchen Einfluss die Sprints eventuell auf den Laktatwert haben“, so Keller.

Franz war früher ein Sprinter

Übrigens: FCM-Sportchef Maik Franz war in seiner Profikarriere entgegen einigen Vermutungen ein großer Anhänger dieser Tests. „Das ist ja keine Quälerei, sondern dafür da, um die Spieler besserzumachen“, sagt er. Und: „Auch wenn man es mir nicht zugetraut hätte: Ich war beim 30-Meter-Sprint immer unter vier Sekunden.“

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