Magdeburg l Auf den ersten Blick wirkt der Transfer von Raphael Obermair zum 1. FC Magdeburg vielleicht etwas unspektakulär. Immerhin kommt der 24-Jährige vom Drittliga-Absteiger FC Carl Zeiss Jena und war in der Vorsaison auch nur an vier Toren beteiligt. Bei genauerer Betrachtung seiner Vita könnte der flexible Außenbahnspieler, der mittlerweile bereits der zehnte Neuzugang beim FCM ist, in Magdeburg aber eine wichtige Rolle einnehmen.

Der mit einem Zweijahresvertrag ausgestattete Obermair wurde vor allem aufgrund seiner Flexibilität an die Elbe gelotst. Immerhin kann er auf den Außenbahnen alle Positionen bekleiden. In Jena spielte er sowohl als Rechts- als auch als Linksverteidiger und beackerte auch offensiv beide Flügel. Vorwiegend zu Hause ist der 1,82 Meter große Rechtsfuß aber auf der rechten Seite.

Was ihm auch beim FCM gute Karten für einige Einsätze bescheren könnte. Allerdings weniger als defensiver Part auf der rechten Seite. Denn diese Rolle wird wohl Dominik Ernst zukommen, wenn dieser wieder zu 100 Prozent fit ist. Und mit Henry Rorig gibt es noch einen jungen Rechtsverteidiger, der auf Einsätze brennen wird.

Obermair als neuer Rechtsaußen?

Vielmehr könnte Obermair die rechte Offensivseite verstärken. Zwar können auch Sören Bertram und Daniel Steiniger diese Position spielen, als reinen Rechtsaußen hatten die Magdeburger bislang aber nur Sirlord Conteh zur Verfügung. Der Bedarf war also vorhanden. Und Obermair könnte diese Lücke füllen. In Jena war er in der Vorsaison einer der Lichtblicke und deutete an, dass er über Schnelligkeit sowie eine gute Technik und Übersicht verfügt. „Er ist mit und ohne Ball sehr aktiv und flexibel einsetzbar", lobte ihn auch der ehemalige FCC-Trainer Lukas Kwasniok.

Beim Absteiger aus Jena verbuchte er in 30 Spielen ein Tor sowie drei Vorlagen und war damit immerhin an zehn Prozent aller Tore beteiligt – als Spieler, der oft auch als Verteidiger aufgeboten wurde, kein schlechter Wert. Noch mehr konnte er seine offensiven Qualitäten aber bei seinen vorherigen Stationen unter Beweis stellen.

Stammspieler bei der Bayern-Reserve

Der Oberbayer, der in Priem am Chiemsee geboren wurde und über philippinische Wurzeln verfügt, lernte das fußballerische ABC beim TSV 1860 Rosenheim, der auch Bastian Schweinsteiger hervorbrachte. Wie der spätere Weltmeister wechselte auch Obermair zum FC Bayern und spielte ab der Saison 2016/17 für die zweite Mannschaft. In der Regionalliga Bayern war er Stammspieler und spielte mit dem weiteren FCM-Neuzugang Korbinian Burger zusammen.

Obermair brachte es in der Regionalliga auf insgesamt neun Tore und 16 Vorlagen in 61 Spielen. Auch bei der Profimannschaft des FC Bayern blieben seine Leistungen nicht unbemerkt, weshalb er bei einigen Testspielen und im Trainingslager dabei war. In der Bundesliga kam er aber nicht zum Einsatz.

Internationale Erfahrung in Graz

Einen Karriere-Einschnitt gab es in der Saison 2018/19, als er bei Sturm Graz in der österreichischen Bundesliga lediglich auf vier Einsätze kam und nach einer Sprunggelenksverletzung gar nicht mehr spielte. Immerhin sammelte der 24-Jährige ein wenig internationale Erfahrung, als er für Graz in der Qualifikation für die Champions League gegen Ajax Amsterdam spielte.

Der Neustart in Deutschland folgte, glückte in Jena aber eben nicht wirklich. Jetzt will Obermair in Magdeburg beweisen, über welche Qualitäten er verfügt. Bereits beim Auftakttraining wird er dabei sein.

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