Dresden l FCM-Trainer Michael Oenning wechselte im Vergleich zum 0:1 gegen Sandhausen dreimal. Für Steven Lewerenz, Nico Hammann und den verletzten Rico Preißinger liefen Felix Lohkemper, Jan Kirchhoff und Björn Rother auf. Taktisch setzte er auf ein 4-1-3-2-System. Marius Bülter wurde wie erwartet im Sturm aufgeboten, Rother übernahm den rechten Außenverteidigerposten. Beide Fangruppen begeisterten anfangs jeweils mit schön anzusehenden Choreografien ganz ohne Pyroeinsatz.

Stimmungsvoller Beginn

Der FCM startete durchaus mutig, ließ sich von der lauten Atmosphäre nicht verunsichern. Die rund 3000 mitgereisten FCM-Fans versuchten, den Heimfans stimmungsmäßig Paroli zu bieten. Dynamo versuchte anfangs vor allem über die rechte Angriffsseite erfolgreich zu sein. Nach einer guten Kombination verzog Linus Wahlqvist aber recht deutlich (13.). Der Club lauerte, schaltete schnell nach vorne um - ohne zu Beginn allerdings wirklich gefährlich zu werden.

Beide Mannschaften waren darauf bedacht, bloß keinen Fehler zu machen. Dresden hatte in den ersten 20 Minuten häufiger den Ball (69 Prozent), die Zweikampfquote war ausgeglichen. In der 21. Minute rettete Rother vor dem einschussbereiten Moussa Koné und spitzelte den Ball vor dem Stürmer zur Ecke. Immer wieder wurde Dynamo über die rechte Seite gefährlich, wenn auch im letzten Drittel zu ungenau. Einen Schuss von Aias Aosman hielt FCM-Torhüter Giorgi Loria souverän (28.).

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Der FCM hatte Pech, als Philip Türpitz Felix Lohkemper gut in Szene setzte - der dann auch frei auf das gegnerische Tor zulief (33.). Schiedsrichter Daniel Siebert pfiff Lohkemper aber wegen einer Abseitsstellung zurück. Trotz der leichten optischen Unterlegenheit stimmte beim Club diesmal die Einstellung. Das Team war viel griffiger als noch gegen Sandhausen (63 Prozent Zweikampfquote). Kurz danach war der Ball im Dresdener Tor - doch Lohkemper stand nach einer schönen Kombination über Bülter und Türpitz erneut im Abseits (35.).

Rother trifft zur FCM-Führung

Kurz vor der Halbzeit belohnte sich der FCM aber für die bis dahin gute Leistung: Nach einem Pass von Niemeyer legte Bülter überlegt von linken Seite quer auf Björn Rother, der zur Gästeführung traf (42.).

Kurz nach Wiederanpfiff hatten die FCM-Fans erneut den Torschrei auf den Lippen. Sie hatten sich aber zu früh gefreut, der Weitschuss-Treffer von Timo Perthel wurde von Siebert zurückgepfiffen (50.) - wegen eines vermeintlichen Handspiels zuvor von Bülter. Auf der Gegenseite klärte Tobias Müller gegen den einschussbereiten Haris Duljevic (55.).

Der FCM verteidigte in der Folge geschickt, hatte den Gegner mittlerweile genau dort, wo er ihn haben wollte. Dynamo rannte an, Fiel wechselte bis zur 70. Minute bereits dreimal. Im Stadion und beim Heimteam machte sich langsam Frust und Unzufriedenheit breit. Und die Gäste blieben durch Konter gefährlich - in der 70. Minute kam Lohkemper nur einen Schritt zu spät.

Dynamo gleicht spät aus

Acht Minuten vor Schluss feierte dann Aleksandar Ignjovski nach seiner langen Verletzungspause ein Kurz-Comeback - er kam für Niemeyer. Mitte November hatte er sich einen komplizierten Ellenbogenbruch zugezogen. Als vieles darauf hindeutete, dass Magdeburg den Dreier mitnehmen würde, schlug Dynamo fast aus dem Nichts zu: Nach einer sehr langen Flanke kam der Ball zum viel zu freien und eingewechselten Lucas Röser, der zum 1:1 einköpfte (86.). Dennis Erdmann hatte zuvor eine Abseitsstellung aufgelöst, weil er zu nahe am eigenen Tor stand und nicht herausrückte.

Damit brachte sich der FCM nach einer kämpferisch aufopferungsvollen Leistung um einen möglichen Dreier, zeigte aber immerhin eine klare Leistungssteigerung im Vergleich zu den vergangenen Wochen.

FCM: Loria - Rother (90.+1 Costly), Müller, Erdmann, Perthel - Kirchhoff - Laprévotte, Türpitz (90. Chahed), Niemeyer (82. Ignjovski) - Lohkemper, Bülter.

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