Magdeburg l Als sein Trainerkollege aus Saarbrücken, Lukas Kwasniok, in der Pressekonferenz seine Einschätzung zum Spiel versteckt grinsend mit der Ankündigung des „exzessiven Heimwegs“ beschloss und das Wort an Thomas Hoßmang übergab, musste der FCM-Coach kurz innehalten. Er atmete tief durch, wirkte aber gefasst – nur wenige Minuten nach der 1:2 (1:1)-Heimniederlage des Drittliga-Vorletzten gegen den 1. FC Saarbrücken. Das war schon wenige Sekunden nach dem Abpfiff nicht anders: Als bei vielen Spielern die Emotionen überkochten, blieb der 54-Jährige ruhig.

Als „ernüchternd“ fasste Hoßmang das Ergebnis vom Dienstagabend schließlich in nur einem Wort zusammen. Denn anders als in den Spielen zuvor zeigte der FCM eine engagierte Leistung. Anders als in den Spielen zuvor gab es im Drittliga-Nachholspiel aber keine Punkte. Und damit aus den ersten beiden Spielen im richtungsweisenden Januar und nach dem 1:1 gegen Uerdingen nur einen Zähler. Im besten Fall hätte der FCM schon jetzt auf einem Nichtabstiegsplatz stehen sollen.

Enttäuschung ist groß

Doch die Magdeburger bekamen an diesem Abend eben auch zu spüren, dass gerade krisengebeutelte Clubs trotz eines engagierten Auftritts am Ende oft mit leeren Händen dastehen. „Die Enttäuschung ist sehr groß“, sagte Neuzugang Saliou Sané. „Da war mehr drin. Die Leistung der Mannschaft war komplett in Ordnung.“

Und der Coach gab dem Torschützen zum zwischenzeitlichen 1:1 (45.) durchaus recht, wären da nicht die Anfangsphasen beider Halbzeiten gewesen. „Mich hat geärgert, dass wir die ersten 15 Minuten verpennt haben“, sprach Hoßmang den frühen Rückstand durch Sebastian Jacob an, der wie Sané einen Elfmeter verwandelte (3.). „Auch in der zweiten Halbzeit waren wir nicht so im Spiel, wie wir es in der Kabine besprochen haben.“ Wieder gab Saarbrücken eine Viertelstunde lang den Ton und ging nach einer Ecke per Jacob-Kopfball erneut in Führung (57.).

Hoßmang: "Bestes Saisonspiel"

Insgesamt wirkte Hoßmang aber nicht unzufrieden, weil sich sein Team nach dem frühen Gegentor „zurückgekämpft“ hat und nach dem 1:2 „wieder spielbestimmend“ war. „Das war unser bestes Saisonspiel, was Intensität, Umschaltmomente sowie Struktur und Organisation betrifft“, so der Trainer. Natürlich wollte der Coach die positiven Dinge hervorheben und optimistisch nach vorn schauen: „Wir haben vieles richtig gemacht, einen hohen Aufwand betrieben. Das ist die Grundlage im Abstiegskampf.“

Die Leistungen der Neuzugänge freuten den Trainer außerdem. „Es war klar zu sehen, dass sie uns helfen und unserem Spiel guttun.“ Sané habe viele Bälle festgemacht, nach hinten gearbeitet und Verantwortung übernommen. Wie beim Elfmeter vor dem Ausgleich, als sich der 28-jährige Stürmer selbstbewusst den Ball schnappte. „Das war intuitiv. Ich habe mich gut gefühlt und kurz mit ,Grana‘ gesprochen, denn er war eigentlich eingeteilt“, sagte Sané.

Keine Wunderdinge erwarten

Und wenngleich „Grana“ – der zweite Neuzugang Nico Granatowski – der Treffer verwehrt blieb, fügte sich der Rechtsaußen gut in die Offensive ein. „Er hat gute Standards geschlagen und war fleißig“, attestierte Hoßmang. Laut dem Trainer gilt aber für beide: „Man kann jetzt keine Wunderdinge erwarten.“

Solche Wunderdinge sind vom FCM mit Blick auf das nächste Spiel in Unterhaching nicht gefordert, aber mehr Konsequenz vor dem gegnerischen Tor. „Das Potenzial der Mannschaft ist hoch“, sagte Sané. „Wenn wir weiterkämpfen und in den Räumen vor dem gegenerischen Tor gefährlicher werden, dann holen wir noch einige Punkte.“ Meinung