Kaiserslautern l Mit ausgebreiteten Armen und stolzem Blick bejubelte Andreas Müller seinen 1:1-Ausgleichstreffer für den 1. FC Magdeburg, der später für den Punktgewinn der Blau-Weißen am 10. Drittliga-Spieltag beim 1. FC Kaiserslautern sorgen sollte. Getreu dem Motto: „Schaut auf mich!“ Eine Attitüde, die gar nicht zum besonnenen Mittelfeldspieler passt, die er sich aber mit guten Leistungen in den vergangenen Wochen durchaus verdient hat, an den Tag zulegen.

Immerhin ist der 1,73 Meter große Blondschopf seit dem ersten Saisonsieg gegen Türkgücü München vor fast genau einem Monat gesetzt. Damals übrigens hatte der 20-Jährige von der linken Seite mit einer Flanke, die immer länger wurde und in der langen Ecke landete, sein erstes Profitor erzielt. Und in Kaiserslautern hat er diesen Treffer nun fast kopiert. Diesmal nach einer Ecke und Doppelpass mit Thore Jacobsen zirkelte er den Ball wieder auf den langen Pfosten. Wieder mit Erfolg. Nach 55 Minuten egalisierte er damit im Geisterspiel auf dem Betzenberg den kurz zuvor erzielten Führungstreffer der Gastgeber durch Marvin Pourié (48.).

War das so gewollt? „Solche Schüsse haben immer das Ziel, dass am langen Pfosten noch ein Mitspieler rankommt. Wenn der Ball so reinfliegt, umso schöner“, sagte er und lächelte. Es war bereits sein drittes Tor im siebten Drittliga-Einsatz. „Im Training gebe ich immer 100 Prozent und versuche mich zu empfehlen. Es freut mich, dass ich Woche für Woche eingesetzt werde, gerade als so junger Spieler“, sagt Müller, der genau weiß: „Je mehr Einsatzminuten ich sammele, desto besser kann ich mich auch für die Zukunft entwickeln.“

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Müller nimmt in kritischer Phase das Heft in

Nicht nur Trainer Thomas Hoßmang vertraut dem gebürtigen Sinsheimer, auch die Teamkollegen sind von ihm angetan: „Ich bin super glücklich für ihn“, sagte Stürmer Kai Brünker. „Er ist vom ersten Tag mit vollem Engagement dabei. Ich kann mir schon vorstellen, dass er den Ball so haben wollte. Das zeigt, dass der Kleine auch mal das Heft in die Hand nimmt.“

Spiel der Magdeburger "stockend"

Was in dieser Phase extrem wichtig war. Denn verdient war der Ausgleichstreffer für den FCM zu diesem Zeitpunkt mitnichten. Die Roten Teufel hatten bereits im ersten Durchgang mehr vom Spiel, waren in ihren Abschlüssen aber meist zu überhastet. Pourié hätte aber schon nach 35 Minuten die Führung besorgen können. Und bei Blau-Weiß? Da ging nach vorn überhaupt nichts. Als „stockend“ bezeichnete Müller das Spiel. „Wir haben die Räume nicht gefunden.“ Auch Hoßmang fand die Leistung „im letzten Drittel nicht gut“.

Im zweiten Durchgang dauerte es dann nur drei Minuten, bis die verdiente FCK-Führung fiel. „Schade, dass wir so rausgehen aus der Pause und nicht gleich präsent waren“, hielt der Trainer fest. Im Gegenteil: Nur vier Minuten nach dem 1:0 der Gastgeber hätten sie fast nachgelegt. Nach einer Ecke und einem Kopfball von Carlo Sickinger war der ansonsten mal wieder stark parierende FCM-Keeper Morten Behrens schon geschlagen, doch Abwehrmann Korbinian Burger klärte den Ball noch und köpfte ihn an die Latte.

FCM hat in der Schlussphase viel Glück

Das Glück war den Gästen dann auch weiter treu. Nicht nur beim Ausgleichstreffer, der Hoßmang besonders freute, weil sein Team die „Köpfe rausstreckte“ und eine „hohe Moral“ bewiesen hat. Auch bei weiteren Hochkarätern der Kaiserslauterer, die durch Marlon Ritter (74.), Nicolas Sessa (78.) oder Hendrick Zuck (87.) aber den Siegtreffer verpassten.

Was auch für den FCM galt, der nach 85 Minuten durch den eingewechselten Florian Kath die zweite wirkliche Chance im Spiel hatte. Doch auch die Freiburger Leihgabe vergab, womit es beim aus Magdeburger Sicht schon schmeichelhaften Remis blieb. „Jeder Punkt ist gewonnen und wichtig“, machte Müller die Bedeutung des 1:1 klar. Hoßmang fasste zusammen: „Es war das erwartet schwere Spiel. Dennoch haben wir jetzt vier Punkte aus zwei Spielen geholt. Das war wichtig und wird den Jungs Selbstvertrauen geben.“

In Ingolstadt soll ein Sieg her

Der Torschütze pflichtet seinem Coach bei und betont: „Der Trend soll so weitergehen. In Ingolstadt wollen wir gewinnen.“ Für das zweite Auswärtsspiel in Folge am Sonntag in Oberbayern steht dann aber fest, dass in der Offensive deutlich mehr kommen sollte. Denn auf Müller und seine schlitzohrigen Tore von außen wird sich die Liga so langsam einstellen.

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