Magdeburg l Es sind nicht die nackten Ergebnisse, die Stefan Krämer eine zufriedene Ruhe ausstrahlen lassen, nicht die taktischen Finessen, die zuletzt aufgegangen sind. Der Trainer des 1. FC Magdeburg hat zwei ganz andere Schlüsselszenen im Kopf, die ihn folgern lassen: „Wir sind stabiler geworden.“ Und die „Indizien“ dafür sind folgende: „Als Dominik Ernst im Spiel gegen den Halleschen FC gefoult wurde und sofort vier, fünf Mitspieler da waren, um ihn zu verteidigen“, sagt Krämer. „Und als das Siegtor im Derby fiel und die Spieler auf der Ersatzbank aufgesprungen sind, ihr Ego also zurückgestellt und sich dem Erfolg der Mannschaft untergeordnet haben.“

Das ist es, was den Trainer vor der Auswärtspartie am Sonntag beim FC Bayern München II positiv stimmt. Dass die mannschaftliche Geschlossenheit diesmal da ist, um nach guten Leistungen nicht wieder in ein Loch zu fallen. Beim FCM wäre genau das nämlich nichts Ungewöhnliches. Auf den 3:0-Sieg über Würzburg folgte zum Beispiel erst ein torloses Unentschieden in Uerdingen und dann die 0:1-Niederlage gegen Rostock.

Derby-Sieg als Brustlöser

„Der Sieg gegen Halle war ein Brustlöser für uns. Aber der Effekt darf jetzt nicht verpuffen“, warnt dementsprechend auch Dominik Ernst. Der Verteidiger hat schon in der Trainingswoche bemerkt, dass eine gewisse Lockerheit wieder da ist. „Für mich war das eine richtig gute Woche. Wir sind fokussiert und konzentriert, haben trotzdem eine Leichtigkeit drin“, erzählt Ernst. „Bis Dezember gibt es nun nicht mehr viele Spiele, deshalb geht es für uns darum, so oft wie möglich drei Punkte zu sammeln.“

Im Grünwalder Stadion könnte der Teamgeist aber auch in einem anderen Punkt ausschlaggebend sein: Nämlich um der individuellen Klasse der Münchner etwas entgegenzusetzen. Da könnte nämlich Zwölf-Millionen-Euro-Mann Michael Cuisance genauso auflaufen wie Lars Lukas Mai oder Alphonso Davies, die allesamt schon für die Bundesliga-Mannschaft nominiert waren.

Talentierter Gegner für FCM

„Mindestens drei aus diesem Team werden ganz oben ankommen“, legt sich der FCM-Trainer daher auch fest. Er hat die Teilzeit-Stars auf der Rechnung und ist auf deren Einsatz vorbereitet. „Aber das ist wie Fischen im Trüben, da wir nicht genau wissen, wer von den Profis runterkommt. Deshalb stellen wir uns auf alles ein. Da die Bayern schon am Samstag spielen, ist es durchaus möglich, dass das passiert.“

Krämer nimmt diese Eventualitäten aber gelassen hin. „Wenn man die Möglichkeit hat, stellt man seine Mannschaft so stark wie möglich auf. Das würden wir genauso machen“, betont er. Und seine Spieler – zumindest Dominik Ernst – klingen da ebenfalls recht gleichgültig. „Ob da jetzt ein Cuisance oder ein Coman spielt, ist mir egal“, sagt Ernst und lacht. „Ich konzentriere mich auf meine Leistung und versuche mein Bestes zu geben.“

Krämer tüftelt weiter

Während Krämer also auf den Teamgeist setzt – „in der 3. Liga steht Mentalität noch mehr als sonst über Qualität“ – lässt er sich, was die Aufstellung seines Teams betrifft, nicht in die Karten schauen. Léon Bell Bell und Tarek Chahed hätten ihm in den vorangegangenen Partien gut gefallen, „aber das heißt nicht, dass wir es so belassen. Es gibt keine Automatismen“, stellt er klar. Deshalb hat er unter der Woche auch „zwei, drei Sachen ausprobiert“, die morgen eventuell auf dem Platz zu sehen sein könnten. Klar ist: Anthony Roczen (Fieber) sowie Timo Perthel, Dustin Bomheuer und Mario Kvesic (alle im Aufbautraining) spielen bei diesen Plänen keine Rolle.

Krämer bleibt dennoch dabei: „Ich bin mir relativ sicher, dass wir ein gutes Spiel machen werden.“

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