Magdeburg l Dominik Ernst ist die Mühe deutlich anzusehen. Der Rechtsverteidiger des 1. FC Magdeburg kann sich momentan nur mit Krücken fortbewegen. Sein linker Fuß ist eingegipst und dick bandagiert. Bei einfachsten Dingen, wie dem Anziehen einer Jacke, ist er momentan auf Hilfe angewiesen.

Ernst schaut angestrengt, wenn er über die Ereignisse vom vergangenen Freitag spricht, als sich der FCM 0:1 in Duisburg geschlagen geben musste. „Ich habe das alles noch gar nicht richtig verarbeitet, konnte noch keinen Abstand gewinnen“, sagt er.

Ernst will Engin keine Absicht unterstellen

In seinen Gedanken dreht sich gerade alles um die Szene in der 60. Minute: Ernst hatte sich gegen Ahmet Engin eigentlich bereits durchgesetzt. Doch der Duisburger ließ nicht locker und trat Ernst von hinten brutal auf die linke Wade. Der FCM-Defensivspieler krümmte sich vor Schmerzen auf dem Boden, wurde auf einer Trage liegend vom Platz getragen. „Ich habe mir die Szene noch fünf-, sechsmal angeschaut. Jedes Mal ist mir schlechter geworden. Der Ball war ja gar nicht in der Nähe“, sagt er, stellt aber auch klar: „Ich will keinem Absicht unterstellen, ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass es Ahmet Engin nach dieser Aktion auch schlecht geht.“

Am Montag war Dominik Ernst in der MDCC-Arena, um die Mannschaft auf den neuesten Stand zu bringen und um zu besprechen, wie es weitergeht. „Ich habe seit Freitag viel klären müssen, wegen der Operation, wegen der ersten Phase der Reha und wer mich dabei unterstützt“, erzählt er.

Verdacht auf Syndesmosebandverletzung

Fest steht: Der Defensivspieler wird morgen früh im Uniklinikum Magdeburg von Dr. Jan-Philipp Schüttrumpf operiert. „Bei ihm habe ich ein gutes Gefühl. Dann werde ich auch wissen, was neben dem Außenknöchel noch kaputt ist. Es besteht der Verdacht, dass auch das Syndesmoseband betroffen ist“, erzählt Ernst. „Immerhin habe ich am Außenknöchel keinen Trümmerbruch erlitten. Der Knöchel ist glatt gebrochen und kann somit schneller heilen.“

Mit Hilfe von 3-D-Bildern im Rahmen einer Computertomographie (CT) wird während der Operation genau geschaut, ob und welche weiteren Schädigungen vorliegen. „Am Freitag werde ich aus dem Krankenhaus entlassen, dann holt mich meine Familie ab und wir fahren am Sonntag nach Gelsenkirchen, wo ich aufgewachsen bin“, sagt der 29-Jährige.

Reha soll in einer Woche auf Schalke beginnen

Bereits in einer Woche will er mit der Reha im Medicos bei Schalke 04 beginnen. „Dort werde ich rund drei Wochen sein“, erklärt Ernst. In dieser Zeit wird er ganz besonders auf die Unterstützung der Familie angewiesen sein. Denn: „Ich muss meinen Fuß sechs Wochen lang hoch lagern, kann kaum etwas alleine machen.“

Nach den ersten drei Wochen will Dominik Ernst aber nach Magdeburg zurückkehren, um seine Reha hier voranzutreiben. „Ich möchte dann einfach wieder nah bei der Mannschaft sein, die Jungs so gut wie möglich unterstützen und auch immer wieder pushen, damit wir alle gemeinsam den Klassenerhalt schaffen“, betont Ernst.

Der Verteidiger rechnet momentan mit einer Ausfallzeit von drei bis vier Monaten. „Die Saison ist für mich natürlich gelaufen. Ich hoffe aber, so schnell wie möglich wieder auf dem Damm zu sein“, sagt er. Und: „Mein Ziel ist, zum Vorbereitungsstart wieder dabei zu sein.“ Das wäre dann wohl Mitte Juni.

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