Magdeburg l Nein, auch in der Kabine der Fußballer des 1. FC Magdeburg wird nicht nur über Sport gesprochen. „Vor ein paar Tagen haben wir uns darüber unterhalten, was wir so denken, wie die Teenager heutzutage in der Schule rumhängen“, erzählt Timo Perthel. Das Thema Handy-Verbote wurde auch diskutiert. „Also für mich wäre es eine Enttäuschung, wenn die Kinder auf dem Schulhof stehen und nur auf ihre Handys starren. Ich hoffe, dass es nicht so ist“, sagt Perthel. Und der 30-Jährige hat jetzt einen Weg gefunden, wie er selbst einen Teil dazu beitragen kann, das zu verhindern.

Der FCM hat Perthel nämlich als Schirmherrn des Projekts „step kickt!“ der Stiftung der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der Cleven-Stiftung ausgewählt. Grundschüler werden dabei mit einem Fitnessarmband ausgestattet und sollen durch einen interaktiven Schritt-Wettstreit zu mehr Bewegung und gesunder Ernährung angespornt werden. Mit dabei sind auch die Bundesligisten Schalke 04 und Hannover 96. „Das ist natürlich ein Anreiz. Ein kleiner Wettkampf ist schon wichtig“, meint Perthel und grinst. Denn die Schüler aus Magdeburg messen sich letztlich mit den anderen Standorten.

Das Projekt wurde bereits 2018 mit Erfolg durchgeführt. 10.000 Viertklässer sammelten zwei Milliarden Schritte – und taten danach kund, dass sie „step kickt!“ zu mehr Bewegung im Alltag motiviert hat.

Perthel ist Papa mit Mission

Perthel hat selbst zwei Söhne – fünf und zwei Jahre alt. Das Engagement sei für ihn deshalb „ein leichtes Spiel“. „Ich kann mich in diese Situation sehr gut hineinversetzen“, berichtet der Abwehrspieler, der auch schon bei seinem letzten Verein, dem VfL Bochum, Aktionen für Kinder mit umgesetzt hat.

In punkto Bewegung musste er selbst allerdings nie angetrieben werden – und bislang auch seine Kinder nicht antreiben. „Ich war als Kind sehr, sehr agil – fast hyperaktiv“, erzählt Perthel, „eigentlich wollte ich immer nach draußen und Fußball spielen. Und sobald ich damit fertig war, habe ich sofort wieder mit etwas anderem weitergemacht.“

Seine Söhne gehen da anscheinend in eine ähnliche Richtung. „Wir haben einen Vorteil, nämlich dass wir einen Garten haben. Sobald wir die Tür öffnen, sind die beiden unterwegs. Es ist schön, das so zu sehen. So muss es auch sein.“

Nur: Was tun, wenn die Kinder lieber am Smartphone daddeln oder ihren Vorbildern, wozu ja oft auch Sportler gehören, auf Instagram nacheifern?

Hassliebe zu sozialen Medien

„Wenn man den Zugang hat, kann ich mir gut vorstellen, dass man dann eben am Handy hängt“, meint Perthel. „Ich erwische mich da ja auch selbst des Öfteren. Es gibt Apps, die zeigen einem, wie oft man am Handy ist. Bei der Auswertung erschrickt man dann.“

Er selbst ist in den sozialen Medien wenig unterwegs, „das ist so eine Hassliebe“. Erst habe er sich angemeldet, dann die Konten wieder gelöscht. „Jetzt bin ich wieder aktiv, aber es ist eher meine private Seite“, erzählt Perthel. Trotzdem: Die Versuchung bleibt. „Es lockt einen natürlich unheimlich, immer wieder reinzuschauen. Im Endeffekt ist es aber verlorene Zeit. Sobald ich nach Hause komme, schmeiße ich das Handy in die Ecke und bin für meine Kinder da.“

Neben der Bewegung sollen die Kinder auch für gesunde Ernährung sensibilisiert werden. Perthel profitiert da vor allem von einer Person: „Ich habe keinen Essensplan, weil ich das Glück habe, dass meine Frau Köchin ist und das in der Schule gelernt hat“, erzählt er. Aber auch hier kennt er die Herausforderungen bei Kindern: „Ich bin ja recht pflegeleicht, aber die Jungs sind schon ein bisschen wählerisch.“

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