Magdeburg l Wenn Christian Beck über die zurückliegenden zwölf Monate spricht, muss er lächeln. Es ist ein zufriedenes, ein glückliches Lächeln. Beck hat auch allen Grund, zufrieden zu sein. „Es war ein besonderes Jahr mit ganz vielen Höhepunkten“, sagt er.

Stolzer Papa einer Tochter

Da ist zum einen der ganz private Blick des Star-Angreifers vom 1. FC Magdeburg. „Die Geburt meiner Tochter stellt natürlich alles in den Schatten. Das war sensationell“, schwärmt Beck. Es war der 26. September 2018 – und wie so oft bei Christian Beck vermischte sich auch bei dieser Geschichte das private mit dem sportlichen Glück.

Schon Tage zuvor beim 4:4 in Paderborn war der Stürmer nämlich in Wartestellung, Physiotherapeut Tino Meyer hatte ein Handy in der Tasche. Bei einem Anruf der schwangeren Freundin Paulin wäre Beck sofort ausgewechselt worden. Doch Töchterchen Melina ließ sich Zeit. Vor dem Spiel gegen Duisburg, an jenem 26. September, war es dann soweit. Beck war bei der Geburt dabei – und stand am Abend völlig überraschend sogar im Kader für das Duisburg-Spiel.

Babyglück beflügelte

„Ich hatte mit dem Trainer darüber gesprochen. Für ein paar Minuten sollte die Kraft reichen“, sagte Beck im Vorfeld. Die Müdigkeit war ihm damals deutlich anzusehen. Es wurde dann sogar eine ganze Halbzeit – zur Pause kam er für Felix Lohkemper. Und Beck schien vom Babyglück beflügelt zu sein, traf prompt zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Die Partie endete 3:3.

Es war ein Jahr wie gemacht für Christian Beck. Denn auch sportlich lief es ja über weite Strecken grandios: In der vergangenen Saison steuerte er 13 Treffer und vier Vorlagen bei und hatte damit einen gewichtigen Anteil am Zweitliga-Aufstieg des FCM. Zweimal wurde er als Torschütze des Monats von der ARD-Sportschau ausgezeichnet.

FCM-Erfolg eng an Beck gekoppelt

Dieser Erfolg, diese Meisterschaft hat für den Spieler mit der Rückennummer 11 einen besonderen Stellenwert. „Was wir hier in Magdeburg in den vergangenen Jahren geschafft haben, ist sensationell. Das gleicht einem Märchen“, sagt der gebürtige Erfurter. Und: „Wir haben es allen Zweiflern, allen Kritikern immer wieder gezeigt. Das ist eine große Genugtuung.“

Von der Regionalliga ging es bis in die 2. Bundesliga. Der Aufstieg des FCM ist eng an den Aufstieg des Christian Beck gekoppelt. Ähnlich wie der Club stand auch Beck vor einer ungewissen Zukunft. Im Januar 2013 kam er als vereinsloser Spieler zum 1. FC Magdeburg. Verein und Spieler schienen sich genau zur richtigen Zeit gefunden zu haben. Mit Torjäger Beck im FCM-Trikot lief es fortan.

Mission beim FCM noch nicht beendet

„Die Zeit beim FCM hat mir gezeigt, dass sich harte Arbeit immer irgendwann auszahlt. Bevor ich nach Magdeburg kam, war gar nicht klar, ob ich überhaupt noch weiter Fußballprofi sein kann“, betont er. Und: „Ich fühle mich sehr wohl und denke überhaupt nicht daran, dass sich das mal ändert. Ich möchte gerne noch viele Jahre beim FCM spielen und am liebsten gar nicht mehr weg.“

Beck, dessen Vertrag bis Sommer 2020 läuft, sieht seine Mission noch nicht als beendet an. „Das ist erst der Fall, wenn wir in dieser Saison den Klassenerhalt schaffen und uns dann in der 2. Bundesliga etablieren. Dabei will ich mithelfen“, versichert er.

Acht Tore und drei Vorlagen

In dieser Saison lag es nicht an Beck, dass der FCM die Zweitliga-Vorrunde nur auf dem vorletzten Tabellenplatz abschloss. Der Stürmer, der unter Trainer Michael Oenning auch zum Kapitän gemacht wurde, erzielte bisher acht Tore und verbuchte drei Vorlagen. Kürzlich wurde ihm der Ball seines ersten Zweitligatores, das er am ersten Spieltag gegen den FC St. Pauli erzielte, geschenkt. „Darüber habe ich mich sehr gefreut. Der Ball bekommt bei mir einen Ehrenplatz. Mit meiner persönlichen Quote kann ich bisher zufrieden sein. Das macht mich stolz“, sagt er.

Aber: „Wichtig ist, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind. Wir müssen uns im Trainingslager in Spanien gut vorbereiten und dann alles für den Klassenerhalt geben.“

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