Magdeburg l Die Anstrengung war Sören Bertram deutlich anzusehen. Sein Kopf war rot angelaufen, er schnaufte immer wieder und atmete tief durch. Am Freitag standen für ihn und seine Mannschaftskollegen vom 1. FC Magdeburg Treppenläufe in der MDCC-Arena auf dem Programm. Während FCM-Fitnesstrainer Dirk Keller die Übungen mit einem zufriedenen Lächeln begleitete, gingen die Spieler an die Leistungsgrenze. So auch Bertram: „Das war noch viel schlimmer als die 1000-Meter-Läufe einen Tag zuvor.“

Der harte Vorbereitungsalltag hat Sören Bertram wieder. Vom neuen Trainer Claus-Dieter Wollitz hat er trotz der Belastungen einen guten Eindruck. „Der Coach ist positiv verrückt, sehr offen und kommunikativ. Im Trainingslager ist jetzt genug Zeit, damit wir uns richtig gut kennenlernen.“

Bertram informiert sich über Wollitz

Ein paar Erfahrungsberichte über Wollitz hat sich Bertram bei früheren Wegbegleitern geholt. Mit Daniel Ziebig und Torhüter Alexander Meier spielte er beim Hamburger SV zusammen, mit Clemens Fandrich bei Erzgebirge Aue. Alle drei wurden von Claus-Dieter Wollitz bei Energie Cottbus trainiert. „Sie haben sehr positiv über ihn gesprochen. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass die Eingewöhnung schnell gelingen wird“, sagt der 28-Jährige.

Und Sören Bertram nimmt sich jetzt nach dem Trainerwechsel besonders in die Pflicht. Das liegt auch daran, dass FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik im Volksstimme-Interview betonte, dass Bertram und sein Sturmkollege Christian Beck trotz der guten Torquote mit jeweils acht Treffern noch viel mehr Potenzial hätten, dass von ihnen mehr kommen müsse.

Bertram sieht diese Kritik als Ansporn: „Ich habe Marios Worte gar nicht so negativ empfunden. Es ist doch klar, dass Christian und ich als Stürmer im Fokus stehen. Das ist in guten, aber eben auch in schlechten Zeiten der Fall. Dem müssen wir uns stellen, müssen gerade jetzt vorangehen.“

Bertram will Gespräch mit Kallnik

Und der flexible Offensivspieler will den Ansprüchen des Geschäftsführers gerecht werden: „Mario erwartet von uns einfach ein bisschen mehr als von anderen Spielern. Das ist völlig in Ordnung und auch mein Anspruch. Ich werde im Trainingslager noch mal mit Mario sprechen, möchte genau wissen, welche Vorstellungen er hat.“

Bertram sieht sich als Führungsspieler, unabhängig davon, dass er erst im vergangenen Sommer aus Darmstadt nach Magdeburg kam. „Ich habe das Gefühl, schon seit Jahren beim FCM zu sein, fühle mich wohl“, betont er.

Die vergangenen zwei Wochen waren aber auch für ihn nicht leicht: „Wir haben uns mit Stefan Krämer gut verstanden, der Wechsel hat uns überrascht. Ich bin aber auch nicht erst seit gestern dabei.“

Miteinander reden - nicht übereinander

Was er meint: An dem Trainerwechsel werden die Spieler nichts mehr ändern, es gilt, den Blick nach vorne zu richten. Und das will Sören Bertram machen. „Es gilt jetzt, als Team zusammenzustehen. Wir müssen an einem Strang ziehen, noch mehr miteinander reden – und nicht übereinander. Das gilt für alle im Verein – ob Präsidium, Aufsichtsrat oder Mannschaft“, sagt er.

Mit diesem Vorstoß will Sören Bertram möglichen Gräben innerhalb des Vereins vorbeugen, will Missverständnisse oder Irritationen hinter sich lassen. „Jeder ist gefordert, seine Leistung zu bringen. Es geht nicht nur um Beck und Bertram. In der Rückrunde gilt es, mehr Konstanz auf den Platz zu bringen. Das ist uns in der Hinrunde gerade gegen vermeintliche Außenseiter überhaupt nicht gelungen“, betont er.

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