Magdeburg l Alexander Brunst war die Freude am Mittwoch deutlich anzumerken. Immer wieder machte er mit seinen Kollegen Späße, feuerte sie an, lachte nach gehaltenen Bällen. Verständlich: Schließlich konnte der Torhüter des 1. FC Magdeburg nach seiner Blinddarm-Operation endlich wieder mittendrin sein, endlich wieder am Mannschaftstraining teilnehmen.

Brunst musste sich lange gedulden, musste warten, bis die OP-Wunde komplett verheilt war. Wegen einer langen Narbe galt es zudem, besonders vorsichtig zu sein. Zunächst tastete er sich deshalb mit Fitnesstrainer Dirk Keller heran. Jetzt gab es grünes Licht für das Teamtraining.

Behrens hat seine Sache im Tor gut gemacht

Die Rückkehr in den Kader ist nun also der nächste logische Schritt. Und nach Volksstimme-Informationen wird genau das passieren: Alexander Brunst wird morgen gegen den Halleschen FC wieder im Aufgebot sein. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus, weil sich Spieler und Offizielle des Vereins wie angekündigt bis zum Halle-Spiel mit öffentlichen Äußerungen zurückhalten.

Ebenso unbestätigt, aber sehr wahrscheinlich: Brunst wird dann nicht zwischen den Pfosten stehen, sondern auf der Bank sitzen müssen. Es ist ein Platz, der der eigentlichen Nummer eins auch in den kommenden Wochen droht. Schließlich hat Neuzugang Morten Behrens, der Brunst in sechs Drittligaspielen vertreten hat, seine Sache gut gemacht, in diesen Partien nur vier Gegentreffer kassiert. Behrens ist zudem stark am Fuß, wird immer wieder ins Spiel eingebunden – erlaubt sich kaum Fehler.

FCM-Trainer Stefan Krämer lobte schon nach dem Rostock-Spiel: „Morten ist total cool, lässt sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen. Er hat einen guten Job gemacht.“ Für Krämer gibt es somit keinen Grund, im Tor etwas zu verändern.

Für Brunst wäre die Degradierung zur Nummer zwei ein Déjà-vu: Seit seinem Wechsel 2017 vom VfL Wolfsburg II nach Magdeburg durchlebte er immer wieder Höhen, aber auch zahlreiche sportliche Rückschläge. Im Sommer 2017 verlor Brunst zunächst das Duell mit Jan Glinker, kam dann aber nach dessen Verletzung im letzten Saisondrittel immerhin noch auf fünf Einsätze – und sicherte mit starken Paraden den Zweitligaaufstieg.

Höhen und Tiefen für Brunst beim FCM

In der Folge verließ Glinker den FCM in Richtung des Regionalligisten Wacker Nordhausen, der Club verpflichtete Jasmin Fejzic von Eintracht Braunschweig. Wieder hatte Brunst zunächst das Nachsehen, wurde dann aber nach einigen Patzern des Kollegen am fünften Spieltag verspätet zur Nummer eins.

Die Freude über diesen Status hielt aber nur bis zur Winterpause, als der FCM den georgischen Nationaltorhüter Giorgi Loria verpflichtete. Der 33-Jährige war zwar erst gut eine Woche im Verein, wurde aber von Ex-Trainer Michael Oenning prompt zum Stammkeeper ernannt. Und wieder war es erst eine Verletzung des Konkurrenten, die Brunst gegen Saisonende zu fünf Einsätzen verhalf. Da er auf insgesamt 19 Zweitligapartien kam, verlängerte sich sein Vertrag um ein weiteres Jahr.

Ironie des Schicksals: Jetzt wird Brunst, der von FCM-Coach Stefan Krämer zu Saisonbeginn zur Nummer eins ernannt wurde, wohl seinen Stammplatz verlieren – wegen eines verletzungsbedingten Ausfalls.

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