Magdeburg l Claus-Dieter Wollitz schaute gestern ganz genau hin. Der Trainer des 1. FC Magdeburg verfolgte die letzte Einheit vor dem wichtigen Heimspiel heute gegen Chemnitz mit einem konzentrierten Blick.

Wollitz will Reaktion sehen

Vor der Partie stellt Wollitz noch mal klar, worum es gegen Chemnitz in erster Linie geht: „Wir haben in den vergangenen Tagen viel gesprochen. Im Training hängen sich die Jungs auch voll rein, das spreche ich keinem ab. Was aber zählt, ist immer der Spieltag – und da waren wir bisher nicht konstant genug. Ich erwarte jetzt eine Reaktion von der Mannschaft.“

Diese Reaktion soll dann im besten Fall in einen Sieg münden. Und auf dem Weg dahin geht es darum, welche Spieler besonders gefordert sind. „Wir brauchen Anker auf dem Platz, die unsere Ideen umsetzen. Damit meine ich nicht nur erfahrene Spieler, sondern Spieler, die unabhängig von ihrem Alter vorangehen“, sagt Wollitz. „Es geht nicht nur um drei, vier Jungs, sondern um die gesamte Mannschaft. Es ist wichtig, dass jeder Spieler Verantwortung übernimmt.“ Mit nur drei, vier Spielern, die sich reinhängen, werde der FCM nämlich keine Partie in der 3. Liga gewinnen.

Dass sich die Mannschaft in den vergangenen Wochen nicht immer als Einheit präsentierte, wurde gegen Meppen deutlich, als das Team nach dem 0:2 die Köpfe hängen ließ, sich nicht aufbäumte.

Erfahrene Spieler sollen Unbekümmerten helfen

Damit das Team besser zusammenwächst, müssen sich jetzt alle einbringen. Und den erfahrenen Spielern kommt da wiederum eine wichtige Bedeutung zu. Denn im Zusammenspiel mit den jungen Akteuren sieht Wollitz noch Probleme: „Die Erfahrenen müssen den Unbekümmerten freien Lauf lassen, sie unterstützen. Sie müssen auch mal einen Fehler ausbügeln. Da haben wir richtig Nachholbedarf. Das war auch Thema in der Diskussion Anfang der Woche.“

Der Coach selbst hebt in diesem Zusammenhang hervor, dass er sich nicht nur auf elf bis 15 Spieler verlassen will. „Es geht um den gesamten Kader. Jeder hat seine Berechtigung, hier zu spielen, hat seine Qualitäten bereits nachgewiesen“, betont er.

Deshalb bezieht der Coach auch immer die aktuellen Trainingsleistungen in seine Startelf-Nominierung mit ein, wechselt auch mal durch.

Bell Bell raus, Perthel rein

Und im elf gegen elf gestern ließ sich erahnen, wer im Ost-Derby in der Startelf stehen könnte. Die vermeintlichen Stammspieler trugen ein gelbes Leibchen. Was sich schon in den vergangenen Tagen angedeutet hatte – vor allem in der Abwehr wird der Coach Veränderungen vornehmen. Seinen Platz sicher hat in der Viererkette nur Abwehrchef Tobias Müller. Auf der linken Seite wird wahrscheinlich Timo Perthel den Vorzug vor Leon Bell Bell erhalten. Auf der rechten Seite hingegen wird eine Stelle frei, da Marcel Costly möglicherweise wieder in die Offensive vorrückt.

Koglin könnte in die Startelf zurückkehren

Die Entscheidung wird demnach zwischen Dominik Ernst und Tarek Chahed fallen. Frischen Wind in die Innenverteidigung könnte Brian Koglin bringen, der in der Vorrunde bereits gut mit Müller harmonierte. Er würde Dustin Bomheuer verdrängen, der gegen Meppen nicht überzeugte.

Bleibt Kvesic auf der Bank?

Im Mittelfeld sind Jürgen Gjasula und der zuletzt starke Björn Rother momentan gesetzt. Nachdem Mario Kvesic gegen Meppen auf der Bank saß, war eine Startelf-Rückkehr des Spielmachers zwar erwartet worden. Doch Kvesic trainierte zuletzt durchwachsen, weshalb Rico Preißinger wohl den Vorzug erhält.

Costly zurück in die Offensive

In der Offensive wäre dann neben Christian Beck und Sören Bertram der Platz auf der linken Seite frei, den Marcel Costly und Winter-Neuzugang Patrick Möschl unter sich ausmachen. Manfred Osei Kwadwo muss auf die Bank. „Wir müssen die Bedingungen annehmen, uns der Situation stellen. Wir wollen wieder so auftreten, dass wir in jedem Spiel gewinnen können“, stellt Wollitz klar.

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